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Erklärung des 1. Mannheimer Behindertenkongresses vom 3.12.2010

03.12.2010 – Einstimmig wurde auf dem Behindertenkongress nachfolgende Erklärung verabschiedet:

Erklärung des 1. Mannheimer Behindertenkongresses vom 3.12.2010

Der Deutsche Bundestag beschließt zur Stunde, heute am Welttag der Behinderten, die Absenkung der Grundsicherung für Menschen mit Behinderungen, die im Haushalt ihrer Eltern leben. Der ohnehin karge Betrag von 359,- € wird um 68,- € auf 291,- € gekürzt.

Damit errichtet die Mehrheit im Bundestag zusätzliche Barrieren für Menschen mit Behinderungen. Das Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention wird zur Sonntagsrede deklassiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses “Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt” fordern schon heute die Rücknahme dieser behindertenfeindlichen Hartz-IV-“Reform”.


Die AG Barrierefreiheit auf dem Behindertenkongress

14.11.2010 – Der Mannheimer Gemeinderat möchte wissen, wie es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in dieser Stadt steht. Er beschloss die Veranstaltung eines Kongresses im Dezember 2010: “Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt”. Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit verfügt über knapp 10 Jahre lokale Erfahrungen mit dem Thema.

Wer könnte besser zu dieser Frage Stellung nehmen, als behinderte Menschen selbst? Sie sind Experten in eigener Sache. “Nichts über uns ohne uns”, lautet das Motto. Je mehr Behinderte sich beim Kongress einbringen, desto aussagefähiger das Ergebnis. Die Veranstaltung hat eine Chance auf Erfolg, wenn sie die Anliegen bündelt und eine Aktionsplan verabschiedet. Gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderung sind das Ziel. Nicht mehr Papier, sondern handfeste Veränderung in der Realität sind der Maßstab.

Wie lebt es sich in der Quadratestadt? Welche Angebote können uneingeschränkt genutzt werden; wo tun sich Hindernisse auf? Die UN-Behindertenkonvention liefert einen zeitgemäßen Maßstab für Ziele und Bewertungen. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Mannheim Klaus Dollmann zeichnet verantwortlich für den Ablauf der Tagung.

Auf dem Behindertenkongress wird es fünf Workshops zu folgenden Themenbereichen geben:

Workshop 1 “Chancengleichheit bei Arbeit und Beschäftigung”

Menschen mit Behinderung wollen den Mannheimer Arbeitsmarkt uneingeschränkt nutzen. Berufstätig sein zu können spielt für viele Menschen eine große Rolle bei der Lebensgestaltung – ökonomisch wie sozial. Wer sind die großen Arbeitgeber der Stadt? Wie können sie motiviert werden, mehr Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen? Welche Rolle könnten dabei die Schwerbehinderten-Vertrauensleute spielen? Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen?

Workshop 2 “Schaffung behindertenfreundlicher Wohnungen”

Bezahlbarer barrierefreier Wohnraum ist rar, auch in Mannheim. Welche Angebote könnten behinderten Menschen individuell weiterhelfen? Unabhängige Wohnberatung wäre ein Stichwort. Eine öffentliche Datenbank mit dem aktuell verfügbaren Angebot ein anders. Auf übergreifender Ebene sind die großen Bauträger bzw. Wohnungsbau-Unternehmen in der Pflicht. Sie künftig stärker einzubinden erscheint unverzichtbar.

Workshop 3 “Bildung von Anfang an für ALLE!”

Bildung findet hauptsächlich in Schule, Ausbildung und Studium statt. Wie sieht die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Regelangebot aus?

Zunächst zur Förderschule. 77 Prozent der Förderschüler bleiben ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige von ihnen schaffen den Sprung zurück auf eine allgemeine Schule. Je länger ein Schüler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungünstiger entwickeln sich seine Leistungen. Das meint die Bertelsmann-Stiftung in ihrer jüngsten Studie.

Gemeinsames Lernen hat Vorteile für beide Seiten. Dazu müssen sich die Regeleinrichtungen uneingeschränkt öffnen. Wo zwischen Start und Ziel befindet sich die Stadt Mannheim. Wieviele Regelschulen sind zugänglich? Gibt es ausreichend Personal? Reicht die Ausstattung? Wo hakt es?

Workshop 4 “Freizeit und Kultur”

Alle Veranstaltungsstätten in Mannheim müssen ausreichend Plätze zu bezahlbaren Preisen anbieten.

Workshop 5 “Barrierefreiheit als Gestaltungsprinzip”

Wie sieht die Zwischenbilanz aus? Was wurde erreicht, was wurde versäumt? Wie kann sichergestellt werden, daß bei künftigen Bauvorhaben die Frage der Barrierefreiheit standardmäßig Berücksichtigung findet? Wie können Behörden, Architekten und Stadtplaner besser eingebunden werden?


AG Barrierefreiheit wendet sich an den neuen Gestaltungsbeirat der Stadt

14.10.2010 – Der neu gegründete Gestaltungsbeirat der Stadt Mannheim hat laut Geschäftsordnung die Aufgabe, als unabhängiges Sachverständigengremium u. a. den Oberbürgermeister und den Gemeinderat zu unterstützen und Bauvorhaben im Hinblick auf ihre städtebauliche, architektonische und gestalterische Qualität zu überprüfen und ihre Auswirkung auf das Stadt- und Landschaftsbild zu beurteilen.
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Stellungnahme zur Stadtbahn Nord

17.08.2010 – Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V. (AGB) vertritt die Interessen Mobilitätsbehinderter, unter anderem sehbehinderter, blinder, hörgeschädigter, gehbehinderter und älterer Menschen sowie von Rollstuhlnutzer/innen.

Die AGB begrüßt den geplanten Ausbau des Straßenbahn-Streckennetzes in Neckarstadt, Käfertal, Waldhof und Gartenstadt. Die Leistungsfähigkeit des ÖPNV-Netzes insgesamt wird damit gestärkt.

Auch der Einrichtung von 13 zusätzlichen barrierefreien Haltestellen stehen wir positiv gegenüber.

Linienführung und Haltestellen sollten so gewählt werden, dass möglichst viele Menschen vom neuen Angebot profitieren. Die Einstiegspunkte müssen auf kurzem Wege erreichbar sein.

Allgemein bevorzugen wir Straßenbahnen gegenüber Bussen. Grund: Niederflurbahnen bieten in Verbindung mit Hochbahnsteigen mobilitätsbehinderten Menschen einen niveaugleichen Einstieg ohne fremde Hilfe.

Der Bau der Stadtbahn Nord wird überwiegend vom Steuerzahler finanziert. Sie muss daher von allen Bürger/innen genutzt werden können. Eine durchgängige Barrierefreiheit ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar

Der öffentliche Nahverkehr und seine Weiterentwicklung ist eine Angelegenheit aller Mannheimer Bürger/innen. Jede/r, der am Netz lebt, ist betroffen. Zukunftsprojekte können deshalb nur zusammen entschieden werden.


Bei Neuanschaffung von Fahrzeugen barrierefreie Standards im ÖPNV berücksichtigen

07.06.2010 – Die AG Barrierefreiheit hat zusammen mit anderen Behindertenverbänden ein Anforderungsprofil für barrierefreie Fahrzeuge formuliert und dieses Dokument dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) zur Verfügung gestellt.

Damit soll erreicht werden, dass die Gemeinden und die Verkehrsträger in der Metropolregion in Zukunft bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen darauf achten, dass die Interessen von Menschen mit Behinderungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig wird gefordert, dass die AG Barrierefreiheit und bestehende Behindertenverbände vor Ort rechtzeitig in das Ausschreibungsprozedere mit einbezogen werden.

Das Anforderungsprofil steht hier zum Download bereit (PDF, 27KB)


Rollstuhl-Rallye für Kids am Samstag, 26. Juni

25.05.2010 – Im Rahmen des “Mannheimer Agenda-Diploms 2010” führt die AG Barrierefreiheit in Zusamenarbeit mit dem Behindertenverband “roll in” und der Firma “Rehatechnik Heidelberg” am Sa, 26. Juni ab 13:00 Uhr auf dem Alten Meßplatz den beliebten Rollstuhl-Geschicklichkeitstest für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren durch.

Anmeldungen sind noch möglich bis spätestens Fr, 18. Juni telefonisch unter (0621) 33 67 499 oder per E-Mail unter info@barrierefrei-mannheim.de.


AG Barrierefreiheit legt Wegweiser “Mit dem Rollstuhl unterwegs in Mannheim” vor (2)

08.03.2010 – Zahlreiche Tipps für RollstuhlfahrerInnen enthält der kleine Wegweiser, der jetzt von der AG Barrierefreiheit vorgelegt wurde. Darin gibt es u. a. wichtige Informationen aus den Bereichen Öffentlicher Nahverkehr, Gastronomie, Bürgerdienste, Freizeit und Kultur sowie rollstuhlgerechten Behindertentoiletten.

Es wurden nur solche Einrichtungen aufgenommen, die das Kriterium der Barrierefreiheit erfüllen, also ohne fremde Hilfe stufenlos erreichbar sind ? das heißt entweder ebenerdig, über eine DIN-gerechte Rampe oder über einen Aufzug zugänglich und nutzbar sind.

Hier können Sie den Wegweiser als barrierfreies pdf-file herunterladen. (PDF 102 KB)


AG Barrierefreiheit legt Wegweiser “Mit dem Rollstuhl unterwegs in Mannheim” vor

08.03.2010 – Zahlreiche Tipps für RollstuhlfahrerInnen enthält der kleine Wegweiser, der jetzt von der AG Barrierefreiheit vorgelegt wurde. Darin gibt es u. a. wichtige Informationen aus den Bereichen Öffentlicher Nahverkehr, Gastronomie, Bürgerdienste, Freizeit und Kultur sowie rollstuhlgerechten Behindertentoiletten.

Es wurden nur solche Einrichtungen aufgenommen, die das Kriterium der Barrierefreiheit erfüllen, also ohne fremde Hilfe stufenlos erreichbar sind ? das heißt entweder ebenerdig, über eine DIN-gerechte Rampe oder über einen Aufzug zugänglich und nutzbar sind.

Hier können Sie den Wegweiser als barrierfreies pdf-file herunterladen. (PDF 102 KB)

 


Oper für blinde und gehörlose Besucher

“Die Zauberflöte” von W.A. Mozart am 17. April 2010, 19 Uhr im Opernzelt in Heidelberg

26.02.2010 – Das Theater & Orchester Heidelberg bringt in Zusammenarbeit mit dem Verein Hörfilm e.V. und erstmalig mit zwei Gebärdensprachdolmetschern Mozarts ZAUBERFLÖTE für blinde und gehörlose Menschen am 17.04.2010 auf die Bühne.

Live eingesprochene Audiodeskription, detaillierte Beschreibungen zu Handlung, Bühnenbild und Kostümen, ermöglicht blinden und sehbehinderten Besuchern ein intensives und ganzheitliches Erlebnis dieser umjubelten Inszenierung des Heidelberger Theaters. Die Audiodeskription wird von dem Berliner Autorenteam des Vereins Hörfilm e.V. erstellt und eingesprochen. Die Übertragung erfolgt drahtlos über das digitale guidePORT-System von Sennheiser, installiert durch GPT Audio GmbH. Vor der Vorstellung werden die Empfänger und Monoklipphörer gegen Abgabe des Personalausweises kostenlos an das sehgeschädigte Publikum ausgegeben.

Zwei Gebärdensprachdolmetscher übersetzen von der Bühne aus Handlung und Charaktere der Opernaufführung gut erkennbar und verständlich, damit auch gehörlose und hörbehinderte Besucher in die Welt der ZAUBERFLÖTE eintauchen können.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Theater & Orchester Heidelberg sehr erfolgreich mit dem Verein Hörfilm e.V. zusammengearbeitet. Gemeinsam entstand in dieser Spielzeit die Idee auch hörbehinderten und gehörlosen Menschen den barrierefreien Zugang zu einer Opernaufführung zu ermöglichen — die viel gelobte Eröffnungsinszenierung des OPERNZELTS schien für die Verwirklichung dieses Vorhabens hervorragend geeignet. Das Potential und die Bedeutung dieses Projekts wurde auch durch die Preisvergabe “Ausgewählter Ort 2010” im Rahmen der Initiative “Land der Ideen”, deren Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler ist, erkannt und honoriert.

Das Theater & Orchester Heidelberg spielt seit dieser Spielzeit in der Nähe des Heidelberger Hauptbahnhofs in einer neuen Spielstätte, dem OPERNZELT, in der Emil-Maier-Straße 16 in 69115 Heidelberg. Das 18 Meter hohe und 1000 Quadratmeter große Zelt mit 640 Plätzen und einer 226 Quadratmeter großen Bühne dient während der dreijährigen Sanierungszeit des alten Theatergebäudes auf dem Hof einer ehemaligen Feuerwache als Ersatzspielstätte für alle Musiktheater Produktionen. Das Zelt besteht aus 22 einzelnen nach oben konisch zulaufenden Leichtmetall-Bogenelementen und ist von einer silberfarbenen Außenplane aus Kunststoff umhüllt. In der alten Fahrzeughalle der Feuerwache sind das Foyer mit Garderobe, Bistro und eine Lounge entstanden.

Rahmenprogramm im Theater
Als kostenloses Rahmenprogramm zur Opernaufführung bietet das Theater & Orchester Heidelberg neben einer speziellen musikalischen Einführungsveranstaltung auch eine Masken-, Kostüm- und Bühnenführung an. Durch das Befühlen der Kostüme und die Begehung der Bühne erschließt sich für die Nicht-Sehenden Gäste die Inszenierung ganzheitlich und auch für die sehenden Besucher eröffnen sich so ganz neue Einblicke in das Theatergeschehen. Eine Audio-Führung, ebenfalls entwickelt vom Berliner Autorenteam von Hörfilm e.V., unterstützt den selbständigen Aufenthalt der blinden und sehgeschädigten Besucher im Theaterfoyer. Das Programmheft zur Zauberflöte steht kostenlos in Brailleschrift zur Verfügung. Im Anschluss an die Vorstellung lädt das Theater & Orchester Heidelberg zu einer moderierten Diskussionsrunde zwischen Publikum und Theaterensemble.

13:00-14.00 musikalische Einführung
15.00-16.30 Kostüm-, Masken- und Bühnenführung
16.30-18.45 Ausgabe Empfänger/Kopfhörer im Foyer
16.30-22.15 Audioführung im Theaterfoyer erlebbar
18.30-19.00 Uhr Werkeinführung
19.00-22.00 Uhr DIE ZAUBERFLÖTE barrierefrei
ab 22.15 Uhr Nachgespräch und Ausklang des Abends

In den Pausen zwischen den Programmpunkten besteht die Möglichkeit eines Imbisses im Bistro des Theaters.

Anmeldungen für die Angebote des Rahmenprogramms, sowie Ticketreservierungen bitte mit Adressangabe und Personenzahl erfolgen über die Theaterkasse unter Tel: (06221) 5 82 00 00, via Fax (06221) 5 84 62 00 00 oder per E-Mail: tickets@theater.heidelberg.de
Kassenöffnungszeiten: Mo.-Sa. 11:00 – 18:00 Uhr. Schwerbehinderte Besucher erhalten 50 % Ermäßigung.

Mit Merkzeichen »B« im Schwerbehindertenausweis ist die Begleitperson frei. Die Mitnahme von Blindenführhunden ist selbstverständlich. Das Theater ist auch für Rollstuhlfahrer barrierefrei zugänglich.

Anfahrt mit den Buslinien 32, 33, 34 bis Hauptbahnhof oder Linie 721 bis Betriebshof, Anfahrt mit den Straßenbahnlinien 5, 21, 24 bis Hauptbahnhof, Linie 21, 22, 24 bis Betriebshof oder Linie 22 bis Czernybrücke / OPERNZELT. Mit Ihrem PKW können Sie während Ihres Theaterbesuchs günstig im nahe gelegenen Parkhaus P 18 parken. Legen Sie Ihr Parkticket an der Abendkasse oder der Garderobe im OPERNZELT vor, dann erhalten Sie gegen Bezahlung von 4,- € Ihr entwertetes Ticket. Die Ausfahrt ist bis 24 Uhr möglich. Die Einfahrt erfolgt über die Kurfürstenanlage und liegt neben den Straßenbahnschienen in der Karl-Metz-Straße 11.