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AG Barrierefreiheit auf dem Katholikentag

Info-Theke der Arbeitsgemeinschaft Barrierefrei auf dem Hof der Max-Hachenburg von links nach rechts Elke Campioni und Erika Günster.Nicht nur im „Beirat Barrierefrei“ des Katholikentages haben Delegierte der AG Barrierefreiheit aktiv mitgewirkt und den Organisatoren hilfreiche Tipps gegeben.

Auch beim Service- und Begegnungs-Zentrum des Kaktholikentages waren viele helfende Hände des Behindertennetzwerkes tatkräftig im Einsatz. Die Info-Theke auf dem Hof der Max-Hachenburg-Schule am Tattersall wurde durch Mitglieder der AG Barrierefreiheit und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Katholikentags betreut. Die AG Barrierefreiheit deckte täglich von Donnerstag bis Samstag (17.-19.5.) mit elf engagierten Menschen komplett die wichtigen Schichten von 10 bis 18 Uhr ab.

Mit Kompetenz und Ortskenntnis haben die „Expert/innen in eigener Sache“, Fragen der Besucher/innen zu Barrierefreiheit und öffentlichem Nahverkehr beantwortet. Wir haben im Rahmen des diesjährigen „Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ (Motto: „Jede Barriere ist eine zu viel“) Material der Aktion Mensch auslegt und einen Fragebogen beantworten lassen. Und schließlich haben wir über die eigenen Aktivitäten im Rhein-Neckar-Raum informiert und entsprechendes  Material zur Verfügung gestellt, so z. B den aktualisierten Wegweiser „Mit dem Rollstuhl barrierefrei unterwegs in Mannheim“.

Für die AG Barrierefreiheit ist auch ihr konkretes Engagement auf dem Katholikentag ein weiteres wichtiges Mittel, um die Stadt Mannheim auf dem Weg zu einem barrierefreien und inklusiven Gemeinwesen nachhaltig zu unterstützen.


Wenn die Augen schwächer werden – Maimarkt 2012

23.05.2012 – Wir bedanken uns bei Ihnen für die tatkräftige Unterstützung beim Mannheimer Maimarkt 2012 an unserem Aktionstag „Fit zuhause“  am 06.05.2012. Sie haben mit der Vorstellung Ihres Wegweisers „Mit dem Rollstuhl barrierefrei unterwegs in Mannheim“ mit dazu beigetragen, dass wir diesen Tag erfolgreich bestreiten konnten.

Wir freuen uns bereits heute darauf, die Zusammenarbeit mit Ihnen und der AG  Barrierefrei auch künftig fortsetzen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Badischer Blinden- und Sehbehindertenverein


Rieseninteresse am Zukunftsthema schulische Inklusion

Reverent Landesbehindertenbeauftragter Gerd Weimer11.05.2012 – Weit über einhundert Gäste konnten der PARITÄTISCHE Kreisverband, die AG Barrierefreiheit und die Gesamtschwerbehindertenvertretung der Stadt am 10. Mai im Mannheimer Collini-Center zur Veranstaltung „Eine Schule für ALLE? – Inklusion in Baden-Württemberg“ mit dem Landesbehindertenbeauftragten Gerd Weimer begrüßen.

Das große Interesse an der im Rahmen der jährlich am 5. Mai stattfindenden „Europäischen Protesttage zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ organisierten Veranstaltung zeigte sich auch an der lebhaften Diskussion, die dem engagierten Vortrag des Landesbehindertenbeauftragten folgte.

Gerd Weimer machte in seinem kurzen, aber umfassenden Referat deutlich, dass die Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention in Bezug auf die gemeinsame Beschulung behinderter und nicht-behinderter Kinder verpflichtend seien. Dieser Auftrag dürfe im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen von Gebietskörperschaften oder gesellschaftliche Gruppen nicht dazu führen, ein inklusives Bildungssystem auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben. Angesichts der bestehenden Vermögensschieflage und der sozialen Ungleichheit in Deutschland, so sein Seitenhieb an die Politik, könne man auch das Argument nicht akzeptieren, dass zu wenig Geld für die Finanzierung solch wichtiger behinderten- und menschenrechtlicher Projekte wie der Inklusion vorhanden sei.

PublikumAuf die Landespolitik komme eine wichtige Aufgabe zu, und er äußerte sich optimistisch, dass er in seiner weisungsungebundenen Funktion als neuer Landesbehindertenbeauftragter vieles dazu beitragen kann. Eine inklusive Schule, die allen Kindern den gleichberechtigten wohnortnahen Schulbesuch ermöglichen und behinderten Kindern eine optimale individuelle Förderung zukommen lassen will, sei allerdings nicht zum Nulltarif zu haben, auch nicht durch bloße Umschichtung sonderpädagogischen Personals.

Skandinavische Länder wie Norwegen machten deutlich, dass der gemeinsame Schulbesuch behinderter und nicht-behinderter Kinder zur gesellschaftlichen Realität gehörten und als Selbstverständlichkeit akzeptiert werden. Andere konkrete Beispiele auch aus der Bundesrepublik zeigten, dass eine inklusive Schule auch ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit sowohl behinderten als auch nicht behinderten Schülern zugute kommt.

Auf dem Podium von Links nach Rechts Heinrich Schaudt, Johann Radak, Gerd Weimer und Thomas WeichertIn seinem Schlusswort bedankte sich der Moderator Thomas Weichert, Kreisvorsitzender des Paritätischen, bei Gerd Weimer und dem Publikum, das sich nicht nur aus Menschen mit Behinderungen, sondern Vertretern aus Politik, Lehrerschaft und gemeinnützigen Verbänden zusammensetzte. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die erfolgreiche Veranstaltung auch dazu beitragen kann, dass fachlich und politisch Verantwortliche in ihrer künftigen politischen und beruflichen Arbeit das Ziel einer inklusiven Schule nicht aus den Augen verlieren. Er wies in diesem Zusammenhang auf den Aktionsplan „Mannheim – auf dem Weg zur behindertenfreundlichen Stadt“ des Behindertenforums hin. Hier wollen sich verschiedene Arbeitsgruppen demnächst mit der konkreten Umsetzung der im Aktionsplan formulierten Ziele befassen.