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Der neue Mireo in Ludwigshafen Hbf

Neuer Triebzug des Typs Mireo für die S-Bahn Rhein-Neckar in Ludwigshafen (Rhein) Hauptbahnhof auf Gleis 5

Neuer Triebzug des Typs Mireo für die S-Bahn Rhein-Neckar in Ludwigshafen (Rhein) Hauptbahnhof auf Gleis 5 (Foto: Bernd Kittendorf)

Normal - aber nicht maximal - ausgefahrene Schiebetritte des Mireo in Ludwigshafen (Rhein) Hauptbahnhof auf Gleis 5

Normal – aber nicht maximal – ausgefahrene Schiebetritte des Mireo in Ludwigshafen (Rhein) Hauptbahnhof auf Gleis 5. Es verbleibt ein großer horizonater Spalt. (Foto: Bernd Kittendorf)

(05.10.2020) Auf Einladung von Herrn Büchel von DB Regio hatten am 05. Oktober 2020 einige Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sowie Behinderten-Vertreter mit uns Gelegenheit, einen der neuen Triebzüge des Typs Mireo der S-Bahn Rhein-Neckar zu sehen und zu ertasten. Der Zug stand für eine Weile in Ludwigshafen (Rhein) Hauptbahnhof am Bahnsteig für Gleis 5 zur Besichtigung. Dieser Bahnsteig liegt in einer Kurve, sodass die Einstiegssituation mit Schiebetritten und Rollstuhlrampe verdeutlicht werden konnte. Schon vor Ort wurden von Teilnehmern spontan einige Anmerkungen gemacht, als sie auf Hindernisse stießen. Von anwesenden Eisenbahnern gab es teilweise ebenso spontan Ideen, wie bestimmte Punkte geschickter hätten gelöst werden können. Ohne frühzeitige Beteiligung von auf diesem Gebiet aktiven Organisation der Behinderten war das aus unserer Sicht so zu erwarten. Die vom Ministerium in Baden-Württemberg angeführte Beteiligung Einzelner an einem Musterlastenheft (enthält allgemeine Mindestanforderungen an Fahrzeuge) ersetzt eben nicht die Beteiligung vor Ort in einem konkreten Projekt.

Vor Inbetriebnahme etwas ändern ginge ohnehin nicht mehr – so wurde uns ja schon Ende letzten Jahres im bisher einzigen stattgefundenen Gespräch mitgeteilt.

Im Nachgang zum Plenum unserer Arbeitsgemeinschaft am 12. Oktober 2020 – dort wurden schon zahlreiche Punkte angesprochen – sind wir selbstverständlich dennoch dabei, Beiträge, Hinweise und Meinungen zu sammeln und den Text einer Stellungnahme vorzubereiten. Einige wichtige Kritikpunkte werden z.B. sein:

  • der viel zu große Zeitaufwand für den Einsatz der im Bedarfsfall benötigten Faltrampe
  • die schlechte Lesbarkeit der Zugziel-Anzeigen frontal und seitlich
  • die falsche Position der Haltegriffe und das Fehlen des Tasters für die Rampenanforderung an den beiden Rollstuhlplätzen.

Weitere Bilder von diesem Termin finden Sie auf der Website einer unserer Mitstreiter.

http://www.bkcw-bahnbilder.de/PictureGallery/pix/de/electric/emu/db463/463_025-044/463_039/pix.html

Ebenfalls finden Sie dort Bilder des Zuges vom Termin für Presse und Politik in Mannheim Hauptbahnhof, der “Pressefahrt” vom 11. September 2020 (wir berichteten).

http://www.bkcw-bahnbilder.de/PictureGallery/pix/de/electric/emu/db463/463_025-044/463_026/pix.html

(Geschäftsstelle)


MIREO-Pressefahrt

(09.09.2020) Wir berichteten zuletzt über unsere Enttäuschung wegen zu später oder fehlender Beteiligung von Behindertenverbänden bezüglich der neuen MIREO-Triebzüge. Deren anstehende Neuvorstellung und anschließende Pressefahrt am kommenden Freitag, 11.09.2020 am Mannheimer Hauptbahnhof (Details hier) hat uns dazu bewogen, den Vertreterinnen und Vertretern der Mannheimer Presse nachstehende E-Mail zu senden:

“Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Presse,

am kommenden Freitag, den 11.09.2020, wird ab 12:15 Uhr wird in Mannheim Hbf, Gleis 8 der neue Fahrzeugtyp für die S-Bahn Rhein-Neckar der Presse vorgestellt (Typ MIREO der Firma Siemens).

Wir, die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V., eine überregional tätige Interessensvertretung von Menschen mit Behinderung, haben zu diesem Termin leider keine Einladung erhalten. Ebenso wenig hatten wir Gelegenheit, das Fahrzeug im Vorfeld in Augenschein zu nehmen. Dies hätten wir sehr gerne getan, um auch aus Sicht von Betroffenen ein Statement hinsichtlich der Barrierefreiheit des Zuges abzugeben.

Im Zuge der Berichterstattung zur Pressefahrt am Freitag sollte man unserer Meinung nach berücksichtigen, dass Betroffene vor Ort diesbezüglich nicht beteiligt worden sind und die Angaben zur Barrierefreiheit von Aufgabenträgern und Fahrzeughersteller somit nur eine von mehreren Sichtweisen ist.

Dabei ist das Problem der späten oder gar fehlenden Beteiligung von Menschen mit Behinderung durchaus schon seit der letzten Neuanschaffung der aktuell verkehrenden Triebzüge bekannt. Der ehemalige Geschäftsführer des VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar), Herr Werner Schreiner, erkannte es schon damals als wichtige Aufgabe des Verbundes, bei künftigen Fahrzeugen mehr auf die von uns geforderten Eigenschaften zu achten. Das ist wohl bei den derzeitigen Aufgabenträgern und der NVBW nicht so angekommen.

Nachdem uns die geplante Neuanschaffung von Fahrzeugen bekannt wurde, haben wir uns selbst regelmäßig, aber erfolglos um Beteiligung und um eine Besichtigung vor Ort bemüht.  Unser Brief vom 03.08.2020 an den Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Herrn Winfried Hermann, mit Bitte um frühere Beteiligung blieb bis 08.09.2020 abends leider unbeantwortet.

Hier unser Schreiben zum Nachlesen:

http://barrierefrei-mannheim.de/2020/08/26/zukuenftige-fahrzeuge-der-s-bahn-rhein-neckar-immer-noch-nicht-barrierefrei/

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag: Martin Köhl

(Diese Mail geht in Kopie auch an die Verantwortlichen des Verkehrsministeriums, VRN, NVBW und ZSPNV Süd)”

(Geschäftsstelle)

 


Späte und geringe Beteiligung von Verbänden und Betroffenen

26.08.2020 – Im Zusammenhang mit den neuen Triebwagen des Typs MIREO für die S-Bahn Rhein-Neckar (wir berichteten, siehe Beiträge vom 12.07.2019 und 13.11.2019) sind wir enttäuscht über die geringe Beteiligung von Menschen mit Behinderung.

Insbesondere die Betroffenen vor Ort sollten in Zukunft frühzeitiger in die Projektabläufe miteinbezogen werden. In einem öffentlichem Brief an Herrn Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, haben wir dies zum Ausdruck gebracht. Eine Antwort steht zur Zeit noch aus.

Hier unser Schreiben zum Nachlesen:

Brief an den Verkehrsminister_Webversion


AG Barrierefreiheit trauert um Reiner Schindler

10.08.2020 – Reiner Nico Schindler, unser Freund und Mitstreiter für ein barrierefreies Mannheim, ist am 25.07.2020 verstorben.

Sein Tod hinterläßt eine große Lücke nicht nur in der Behindertenbewegung, sondern hat bei allen, die seine Freundlichkeit und seine Kompetenz persönlich kennenlernten, Betroffenheit und Trauer ausgelöst.

Reiner war langjähriges Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit in Mannheim. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Interessen der Menschen mit Behinderung in unserer Stadt weit über den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus wahrgenommen wurden. Zahlreiche Projekte im Stadtgebiet wären ohne ihn niemals in Gang gekommen und er hat einen großen Anteil daran, dass das Themenfeld Behinderung in Mannheim mittlerweile einen hohen Stellenwert erlangt hat.

Reiner wird uns sehr fehlen und er wird uns lange lange Zeit in positiver Erinnerung bleiben.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, den 18. August 2020, um 11.00 Uhr in der Trauerhalle des Waldfriedhofs in Mannheim-Gartenstadt statt.

(AG Barrierefreiheit Rhein-Neckar e. V.)


Am 5. Mai war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Die Aktion Mensch schreibt dazu auf ihrer Internet-Seite:

“Seit 24 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen. Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden.”

Tatsache ist: Auch nach 24 Jahren sind wir noch weit von wirklicher Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft entfernt. Der AG Barrierefreiheit ist bewusst: Lauter Protest ist weiterhin notwendig, auch in Zeiten von Corona und auch bei uns, in Mannheim und Umgebung!

“Inklusion und Pandemie”
Cartoon von Phil Hubbe

Protest lässt sich heutzutage zum Glück genausogut digital äußern – ja vielleicht wird einigen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Protesttag durch digitale Formate jetzt neu und erstmals möglich gemacht.

Also, lassen Sie sich nicht abschrecken von Wörtern wie Livestreaming, Videokonferenz oder Podcast. Wenn Sie möchten, klicken Sie sich doch einfach etwas durchs Netz. Als Starthilfe sammeln wir ab heute auf der Seite “Internet-Tipps” Beteiligungsmöglichkeiten zum Thema.

Verschaffen wir uns Gehör, protestieren und sensibilisieren wir!

(Geschäftsstelle)