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Zum Tod von Hans-Joachim Weinmann (1944-2021)

PortrÀtfoto von Hans-Joachim Weinmann

Hans-Joachim Weinmann, Foto: Thomas Troester

Mit großer Betroffenheit nimmt die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V. Abschied von unserem langjĂ€hrigen Mitstreiter Hans-Joachim Weinmann, der am 08. November 2021 verstorben ist.

Hans-Joachim Weinmann, seit 2014 auch ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt Ludwigshafen, ist Barrierefreiheit stets ein Herzensanliegen gewesen. Bis zuletzt sorgte er mit seiner aufrichtig-ehrlichen Art fĂŒr einen konstanten Austausch der beiden NachbarstĂ€dte und setzte sich auch ĂŒberregional fĂŒr die Belange von Menschen mit Behinderung ein. Besonders wichtig waren ihm dabei Möglichkeiten zur selbststĂ€ndigen, barrierefreien MobilitĂ€t – in Ludwigshafen ebenso wie in der Metropolregion.

Bei den monatlichen Plenumsversammlungen unserer Arbeitsgemeinschaft war Hans-Joachim Weinmann ein gerngesehener Gast, viele von uns haben ihn hier kennengelernt. An der letzten Sitzung im Jahr 2021, die am Montag, den 13.12. stattgefunden hat, konnte er nun leider nicht mehr teilnehmen.

Vorstand, Sprecherkreis und PlenumsteilnehmerInnen werden ihn als Fachmann wie auch als Mensch vermissen. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

Zur Pressemitteilung der Stadt Ludwigshafen:

https://www.ludwigshafen.de/presse/detail/news/2021/11/15/stadt-trauert-um-ehrenringtraeger-hans-joachim-weinmann?cHash=1d6a4cce9305bf6eee6bb00fccd94f04


Sportpark am Neckar

Visualisierung eines Eingangsbereichs in den Sportpark, Stand Januar 2021

Visualisierung eines Eingangsbereichs in den Sportpark, Stand Januar 2021 (Bild: bhmp)

Auf dem GelĂ€nde sĂŒdlich des Neckarplatts plant die Stadt Mannheim einen weiteren Sportpark.

Das Projekt ist nicht Teil der Bundesgartenschau 2023, soll aber bis dahin in Teilen fertiggestellt sein und einen Eingang in das ganze Gebiet “GrĂŒnzug Nordost” darstellen. Entsprechende PlĂ€ne wurden der AGB, dem BBSV und der Beauftragten fĂŒr die Belange von Menschen mit Behinderung am 18.11.21 in einer Online-Konferenz vorgestellt.

Hier entsteht eine NaherholungsflĂ€che mit Sportangeboten fĂŒr Alle (Tischtennisplatten, Boule, Streetball etc.). Zum Ausblick ĂŒber das GelĂ€nde einladen soll die etwa 7 Meter hohe “Bastion”, eine AussichtsflĂ€che, die wahlweise ĂŒber eine Treppe oder eine steile Rampe von ca. 70 Meter LĂ€nge erreichbar ist. WĂ€hrend die Norm zum barrierefreien Bauen im öffentlichen Raum (DIN 18040-3) eine Steigung von maximal 6 % verlangt, soll hier aus PlatzgrĂŒnden mit bis zu 12 % gebaut werden.

Die AG Barrierefreiheit hat ihre Bedenken bez. der selbststĂ€ndigen Nutzbarkeit der Rampenanlage geĂ€ußert und verlangt, dass der Norm folgend zumindest ebene FlĂ€chen als Ruhepodeste eingeplant werden.

Zeichnung des GelĂ€ndes mit WegefĂŒhrung und Verortung grĂ¶ĂŸerer Sportangebote, Stand Januar 2021

Zeichnung des GelĂ€ndes mit WegefĂŒhrung und Verortung grĂ¶ĂŸerer Sportangebote, Stand Januar 2021 (Bild: bhmp)

Das GelĂ€nde ist weitgehend ebenerdig, mit Ausnahme einiger, speziell fĂŒr Rollstuhlnutzende geplante SportflĂ€chen fĂŒhrt der Zugang nach jetziger Planung allerdings ĂŒber RasenflĂ€chen. FĂŒr NutzerInnen von Rollatoren und / oder RollstĂŒhlen sind hier auch fĂŒr den Fall des Nur-Zusehen-Wollens Schwierigkeiten absehbar.

Wo erforderlich, soll in Abstimmung mit Betroffenen auch ein Blindenleitsystem geplant werden. Durch taktile FĂŒhrung und kontrastreiche Gestaltung können Menschen mit Sehbehinderung sich einfacher auf dem GelĂ€nde bewegen.

Wir erwarten weiterhin Einbindung in den Planungsfortschritt.

Nicht Thema des GesprĂ€chs und auch nicht des Projekts, aber dennoch ungelöst bleibt fĂŒr die die AGB die dringende Frage nach der ZugĂ€nglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, denn: Die nahegelegene Straßenbahnhaltestelle Neckarplatt ist zurzeit nicht barrierefrei zugĂ€nglich und soll laut Auskunft der rnv auch nicht entsprechend angepasst werden. Grund hierfĂŒr seien die nötigen großen Eingriffe in den Straßenverkehr.

Bilder mit Genehmigung der BHM Planungsgesellschaft mbH, Bruchsal



Begehung des Turbinenwerks

Luftbild vom Hauptwerk

Luftbild vom Hauptwerk.

Blick von der Pforte aufs ehemalige WerksgelÀnde (MÀrz 2020)

Blick von der Pforte aufs ehemalige WerksgelÀnde (MÀrz 2020)

Das GelĂ€nde des ehemaligen Turbinenwerks in Mannheim KĂ€fertal wird voraussichtlich bis 2030 komplett umgestaltet werden, es bleibt allerdings Gewerbegebiet. Als TrĂ€gerin öffentlicher Belange wird die AG Barrierefreiheit dieses Vorhaben auf Umsetzung von Barrierefreiheit prĂŒfen und dazu Stellung nehmen.

Am 29.10.2021 wurden der AG Barrierefreiheit der aktuelle Planungsstand zur inneren Erschließung und zur Anbindung ans öffentliche Straßennetz vorgestellt und durch einen gemeinsamen Rundgang vor Ort ergĂ€nzt.  Das Turbinenwerk wird zukĂŒnftig öffentlicher Raum der Stadt Mannheim, wobei ein Werkstor nur fĂŒr laufende und “bereifte FußgĂ€nger” (also NutzerInnen von RollstĂŒhlen, KinderwĂ€gen, Rollatoren etc.) zugĂ€nglich sein wird. FĂŒr Fahrzeuge ist ein eigener Zugang sowie ein Parkhaus vorgesehen.

Die auffĂ€lligste Änderung ist die Bepflanzung der SĂŒd- und Ostflanke mit einem 20 Meter breiten GrĂŒnzug. Dort stehende GebĂ€ude werden abgerissen. Der Zugang zum GelĂ€nde ist durch Bus- und Straßenbahnanbindung gegeben. Allerdings ist die dortige Straßenbahnhaltestelle (Boveristraße, Linie 5) aktuell nur bedingt barrierefrei. Den Zugang zum GelĂ€nde barrierefrei zu gestalten, wird hier aufgrund des Höhenunterschiedes eine besondere Herausforderung werden und muss weiter beobachtet werden.

Der (verbleibende) Schienenstrang (MĂ€rz 2020)

Der (verbleibende) Schienenstrang (MĂ€rz 2020)

Das GelĂ€nde ist ĂŒberwiegend eben, allerdings teilweise mit Gleisen durchzogen. Durch WegefĂŒhrung und entsprechende (Warn-) Markierungen, sollen Schwierigkeit beim Queren, insbesondere mit rollenden Hilfsmitteln (Rollator, Rollstuhl o.Ä.) weitgehend vermieden werden. Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverband hat ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben. Der gesamte Prozess soll 2030 abgeschlossen sein, eine erste Erschließungsstraße mit GrĂŒnstreifen ist aber evtl. schon Ende 2022 fertig. Parallel dazu beginnt der Bau eines BĂŒrohochhauses, allerdings nur, wenn Bedarf besteht. Die Stadt Mannheim, der das Areal nach abgeschlossener Revitalisierung letztlich ĂŒbergeben wird, hat zugesichert, kĂŒnftig in jedem Stadtteil eine behindertengerechte Toilette errichten. Aufgrund der Ausdehnung des Gebietes von ca. 14 Hektar und seiner zukĂŒnftig wachsenden Bedeutung als Gewerbegebiet in KĂ€fertal könnte man hier fast schon von der Entstehung eines inoffoziellen Stadtteils im Stadtteil sprechen; folglich fordern wir von der Stadt auch hier eine barrierefreie öffentliche Toilettenanlage.

Dieses GebĂ€ude muss dem GrĂŒnzug weichen

FĂŒr die zukĂŒnftigen GrĂŒnflĂ€chen muss dieses GebĂ€ude weichen. Bild: Martin Köhl

Bilder mit Genehmigung der Firma Obermeyer



Seilbahn zur Bundesgartenschau

Die Seilbahn hat im Luisenpark und in Spinelli Endhaltestellen. Foto zeigt Spinelli.

Endstation Spinelli

 

Außenansicht der Kabine Innenansicht der Kabine

 

Zur Buga 2023 ist die Stadt Mannheim im Begriff, eine Seilbahn vom Luisenpark zum Spinelli-GelĂ€nde zu errichten. Sie rechnet mit insgesamt 2,2 Millionen FahrgĂ€sten insgesamt und kam zu dem Schluss, dass die Seilbahn das geeignete Transportinstrument dafĂŒr sei. Sie soll allerdings nach der Buga wieder rĂŒckgebaut werden.

Die Seilbahn ist aus UmweltgrĂŒnden vertretbar, darĂŒber herrschte weitgehend Einigkeit. Aber wie steht es um die Barrierefreiheit? Die Gondel kann zehn Personen gleichzeitig befördern, wobei man die recht pfiffige Idee hatte, links und rechts fĂŒnf leicht klappbare Sitze anzubringen. So kann der Innenraum stets gemĂ€ĂŸ der gerade einsteigenden Personen gestaltet werden. Außerdem wird versprochen, dass am Start- und Endpunkt jederzeit Personal zur VerfĂŒgung steht, das beim Ein- und Aussteigen hilft. Eine vergleichbare Bahn wurde zur Floriade in Almere in den Niederlanden errichtet. Diese sei von BehindertenverbĂ€nden aus Paris besucht und fĂŒr gut befunden worden. Es ist die Frage, inwieweit wir hier auf den Informationssystemen bestehen mĂŒssen, auf die wir sonst bei öffentlichen Verkehrsmitteln Wert legen. Das alles kann etwas vereinfacht werden, denn es gibt ja nur einen Start- und einen Zielpunkt. Wir werden das prĂŒfen. Wer VorschlĂ€ge dazu hat, bitte an unsere Mailadresse.

Bilder und PrÀsentation mit Genehmigung der Firma Doppelmayr GmbH

PrĂ€sentation_Seilbahn BUGA Mannheim_EÖT

 


Edmund-RiethmĂŒller-Weg vom Gemeinderat beschlossen

PortrĂ€tfoto von GrĂŒndungsmitglied Edmund RiethmĂŒller

PortrĂ€tfoto von GrĂŒndungsmitglied Edmund RiethmĂŒller

Die Wegverbindung von der Dammstraße hinunter zur Neckarwiese unterhalb des Parkplatzes gegenĂŒber der Alphornstraße in der Neckarstadt-West erhĂ€lt den Namen „Edmund-RiethmĂŒller-Weg“. Wir möchten uns bei Gemeinderat Thomas TrĂŒper (LiParTie) bedanken, der diesen Vorschlag in den Gemeinderat einbrachte. Edmund RiethmĂŒller war 2001 GrĂŒndungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit in Mannheim und war seitdem eine der treibenden KrĂ€fte. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Interessen der Menschen mit Behinderung in unserer Stadt weit ĂŒber den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus wahrgenommen wurden. Zahlreiche Projekte im Stadtgebiet wĂ€ren ohne ihn niemals in Gang gekommen, er vertrat die AG Barrierefreiheit in zahlreichen Gremien und hat einen großen Anteil daran, dass das Themenfeld Behinderung in Mannheim mittlerweile einen hohen Stellenwert erlangt hat. Edi – wie er von uns genannt werden wollte – war nicht nur in der Behindertenbewegung in Mannheim aktiv, sondern auch in der Rhein-Neckar-Region und darĂŒber hinaus. Er war immer sehr hilfsbereit und hat allen mit Rat und Tat beigestanden – manchmal ĂŒber seine KrĂ€fte hinaus. Viele reden ĂŒber ehrenamtliches Engagement, Edi RiethmĂŒller hat es personifiziert. Edmund verstarb im Jahr 2010 an einer Muskelerkrankung.