Am 16. Juli 2024, dem ersten vollen Betriebstag des Schienenersatzverkehrs (SEV) der DB für die Riedbahn-Strecke, war unser Verkehrsexperte Bernd Kittendorf mit seiner Frau Claudia Kittendorf-Wolf vor Ort und hat sich das Angebot mit Blick auf die Barrierefreiheit an zwei Stellen für die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar angeschaut: in Mannheim am Hbf und in Mannheim an der Haltestelle Luzenberg.

In seinem Bericht führt Bernd aus: “Die SEV Haltestelle Waldhof“ gehört eigentlich dazu, war aber auf direktem Weg für mich im Rollstuhl natürlich nicht erreichbar. Zu beiden besuchten Stellen hatte ich mich bereits im Zusammenhang mit dem Ersatzverkehr im Januar 2024 im Plenum geäußert und auch die DB angeschrieben. Eine weitere Anfrage vor ein paar Wochen blieb bisher ohne Antwort.

An beiden besuchten Stellen ist der Einstieg für Menschen im Rollstuhl derzeit in die neue Ersatzbus-Flotte nicht gegeben. Barrierefrei sind somit bereits die ersten beiden Haltestellen für uns nicht. In Mannheim Luzenberg wurde von der RNV (als dem örtlichen Verkehrsbetrieb) ein Bussteig namens G bereit gestellt, der an keiner Seite eine Absenkung aufweist (siehe Bilder DB-SEV-Riedbahn_3194.JPG, DB-SEV-Riedbahn_3195.JPG und DB-SEV-Riedbahn_3196.JPG).

Foto vom Bussteig ohne Absenkung am Bahnhof Mannheim-Luzenberg -
Bussteig ohne Absenkung am Bahnhof Mannheim-Luzenberg – Bild „Riedbahn_3194.JPG“ – Foto: Bernd Kittendorf
Detailfoto Bussteig ohne Absenkung am Bahnhof Mannheim-Luzenberg -
Detail Bussteig ohne Absenkung am Bahnhof Mannheim-Luzenberg – Bild „Riedbahn_3194.JPG“ – Foto: Bernd Kittendorf
Weiteres Detailfoto vom Bussteig ohne Absenkung am Bahnhof Mannheim-Luzenberg
Weiteres Detailfoto vom Bussteig ohne Absenkung am Bahnhof Mannheim-Luzenberg – Bild „Riedbahn_3194.JPG“ – Foto: Bernd Kittendorf

Der Bussteig ist folglich für Menschen im Rollstuhl gar nicht oder nur mit Erschwernissen zugänglich. Dies ist die Stelle, an der an Werktagen tagsüber alle SEV-Busse der DB Regio in nördlicher Richtung abfahren, weil der Hbf ja nicht von diesen Bussen bedient wird. Von der Höhe her ist der – unzugängliche – Bussteig übrigens ebenfalls nicht barrierefrei, ein spurführendes Busbord für besseres Anfahren der Kante ist nicht vorhanden. Ein taktiles Boden-Leitsystem für Blinde auch nicht. Für den Einstieg in die Busse sind Kneeling (die seitliche Absenkung) und der Einsatz der Klapprampe nötig. Gerade anfahren für möglichst kleinen horizontalen Abstand, ein anderer wichtiger Teilaspekt barrierefreier Haltepositionen, ist mit den eingesetzten Gelenkbussen nicht einfach (siehe Bild DB-SEV-Riedbahn_3208.JPG).

Foto von einm Gelenkbus für den Schienenersatzverkehr auf DB-Riedbahnstrecke
Eingesetzter Gelenkbus für den Schienenersatzverkehr auf der Riedbahnstrecke der DB in Mannheim – Bild DB-SEV-Riedbahn_3208.JPG – Foto: Bernd Kittendorf

Es gibt einen neu aufgestellten Fahrgastunterstand mit einer Stufe; wäre der Bussteig im Rollstuhl zugänglich, der Fahrgastunterstand wäre es dann noch immer nicht (siehe Bild DB-SEV-Riedbahn_3215.JPG). Für Vertreter aus Organisationen von Menschen mit Behinderungen stellt sich die Frage: wie kann die Bestellungen von solchem Quatsch bei der DB durchrutschen?

Foto von einem nicht barrierefreien Fahrgastunterstand auf der Riedbahnstrecke der DB in Mannheim.
Nicht barrierefreier Fahrgastunterstand auf der Riedbahnstrecke der DB für den Schienenersatzverkehr in Mannheim – Bild DB-SEV-Riedbahn_3215.JPG – Foto: Bernd Kittendorf

In Mannheim am Hbf halten diese Busse nur in Tagesrandzeiten. Der Zustieg in diese Niederflurbusse erfolgt ohne einen erhöhten Bussteig vom Straßenniveau. Das ist auch mit Kneeling zu steil und überdies für die Menschen im Rollstuhl gefährlich. Der Fahrgastunterstand ist ein anderer Typ und ebenfalls nur mit einer Stufe zugänglich (siehe Bild DB-SEV-Riedbahn_3187.JPG). Die Fahrgastinfo auf www.bahnhof.de bezeichnet den Weg zur Haltestelle als nicht barrierefrei; der ‚markierte‘ Weg führt unnötigerweise und leicht vermeidbar über eine Stufe.

Foto von einem nicht barrierefreien Fahrgastunterstand der Deutschen Bahn AG auf der Riedbahnstrecke für den Schienenersatzverkehr.
Nicht barrierefreier Fahrgastunterstand der Deutschen Bahn AG auf der Riedbahnstrecke für den Schienenersatzverkehr in Mannheim – Foto: Bernd Kittendorf

Tagsüber halten da die Reisebusse des SEV für DB Fernverkehr in Richtung Frankfurt Flughafen. Irritieren dürfte die Formulierung „Hinweis: für Riedbahn-Ersatzverkehr auf den Fahrplan achten. I.d.R. tagsüber verkehren Busse erst ab MA-Luzenberg.“ in der PDF mit der Wegeleitung (aktuell mindestens zwei Versionen online). Busse für DB Fernverkehr sind irgendwie doch nicht Riedbahn-Ersatzverkehr?

Ein Busfahrer verwendete einen Begriff dafür, wieso die Planungen angesichts der Erfahrungen mit dem SEV aus dem Januar 2024 immer noch keine barrierefreie Nutzbarkeit brachten: „Beratungsresistenz“.

Für die Organisationen der Menschen mit Behinderungen landauf, landab ergibt sich die Frage, was zu tun ist. Vermutlich wird der Riedbahn-Ersatzverkehr wie angekündigt als Blaupause für andere solcher Generalsanierungen verwendet. Wenn man auch dort die Kommunen und die örtlichen Verkehrsbetriebe nach geeigneten Haltestellen für den SEV fragt und sich auf dieses Votum verläßt, wird es so wie in den beiden Beispielen ausgehen (falls nicht irgendwelche glücklichen Umstände das verhindern; wieso sollte es dazu kommen?). Unserem Deutschland wurde im Staatenbericht zur UN-Behindertenrechtskonvention bescheinigt, es gäbe einen weitverbreiteten Mangel an Barrierefreiheit des ÖPNV. Interessieren tut das bei DB und Verkehrsbetrieben und auch der Politik in Bund, Land und Kommunen letztlich nicht genug und ohne verpflichtende Vorgaben wird sich nichts ändern. Dann werden Fahrgastunterstände bestellt, die Menschen im Rollstuhl nicht nutzen können. Dann wird an ‚Haltestellen‘ gehalten, für die sich ansonsten keiner interessiert und die folglich für Barrierefreiheit nichts beitragen. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, kommunale Nahverkehrspläne könnten da etwas bewirken.

Dergleichen Situationen im SEV werden nur zu gern als Ausnahmesituation abgetan. Nach den mehreren Monaten mit Ausfall der Züge ist auch bei sanierten Strecken immer wieder mal mit Störungen zu rechnen. Und da wären barrierefrei ausgebaute Haltestellen etwas, was barrierefreie Reiseketten nicht immer wieder aus Anlaß des SEV brechen ließe.

Damit nicht genug: bei der DB gibt es folgende Meldungen zum gleichen Sachverhalt zu lesen: „Ersatzverkehr an der Riedbahn ist reibungslos angelaufen“ und „Ersatzverkehr mit Beginn der Bauarbeiten an der Riedbahn wie geplant gestartet • 150 Busse fahren auf allen zwölf Linien pünktlich • Erste Welle an Pendler:innen verlässlich durch den Berufsverkehr gekommen • Projektleiter Felix Thielmann: „Die intensive Vorbereitung zahlt sich aus.““.
(siehe https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Ersatzverkehr-an-der-Riedbahn-ist-reibungslos-angelaufen-12980036). Zahlt sie sich für ihn oder auch für die Menschen im Rollstuhl und andere Mobilitätseingeschränkte aus?

Die Sache mit den Rollstühlen & Co liest sich dort so „… 150 barrierefreie Gelenk- und Überlandbusse …“. Ohne geeignete Haltestellen wird das nichts mit der Barrierefreiheit. Fehlende Aufkleber und keine vom Rollstuhlplatz aus ablesbaren Displays sind Eigenschaften einiger dieser ‚barrierefreien‘ neuen Busse. Angesprochen hatte ich das einst in Berlin bei Zukunft Nahverkehr, doch bewirkt hat das nichts. Außer, daß manche Gesprächspartner rege Notizen gemacht hatten. Doch wozu, wenn keine Umsetzung folgt?“

Seit Freitag, den 12. Juli ist klar, dass es zu noch größeren Einschränkungen im Straßenbahnverkehr der rnv (Rhein-Neckar-Verkehr GmbH) kommen wird als befürchtet. Neben den Sommerbaustellen kommt es nun zu einer Sperrung des Straßenbahnverkehrs auf der Konrad-Adenauer-Brücke. Die „Rheinpfalz“schrieb hierzu: „Die Sperrung der Rampe führt dazu, dass die Stadtbahnlinien 4, 7, 8 und 9 den Berliner Platz bis auf Weiteres nicht anfahren können. Mit weitreichenden Folgen. Der Berliner Platz als Hauptdrehkreuz für den Nahverkehr in Ludwigshafen fällt erst einmal aus – auch Busse werden dort nicht mehr hinfahren.“ Grund sind Risse in der Brücke auf Mannheimer Seite.

Aktuell gab es in Ludwigshafen schon umfangreiche Bauarbeiten bei der Linie 4/4A. Hier wurde ein sogenannter Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet, der für Reisende mit Mobiltätseinschränkungen „als Strecke mit vorbereiteten Hindernissen bezeichnet werden konnte“. Betroffene Rollstuhlfahrer*innen berichteten uns ausführlich von Ihren Schwierigkeiten. Viele wichtige Straßenbahnhaltestellen sind in Ludwigshafen nicht barrierefrei. Zu nennen sind hier Haltestellen wie der Hauptbahnhof oder Ludwigstraße. Die RNV wird seit Jahren auf diese Defizite von Betroffenen hingewiesen.

Durch die Sperrung der Rhein-Brücke wird sich die Situation für Pendler*innen und Reisende in Ludwigshafen und Mannheim noch mehr verschärfen. Außerdem gibt es in Nord-Süd-Richtung noch ein weiteres großes Bauprojekt das den ÖPNV betrifft. Die „Deutsche Bahn“ saniert bis Dezember die Riedbahnstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt. Auch hier ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Viele gewohnte Verbindungen werden ausfallen oder umgeleitet.

Foto vom Schienenersatzverkehr am Heinrich Warsch Platz in Oggersheim
Schienenersatzverkehr am Heinrich Warsch Platz in Oggersheim

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar fordert die zuständigen Verkehrsbetriebe auf, Schienenersatzverkehre barrierefrei zu garantieren. Die Fahrer*innen müssen auf für die Bedürfnisse von RollstuhlfahrerInnen, Rollatornutzer*innen bzw. der Fahrgäste geschult werden. Alle Ersatzhaltestellen sind so einzurichten, dass Klapprampen benutzt werden können, um bei Bedarf einen barrierefreien Zu- und Ausstieg zu ermöglichen. Weiterhin muss auch eine gute Beschilderung des Ersatzverkehrs gewährleistet werden.

Grundsätzlich fordern wir von Politik und Verwaltung mehr Mittel für den Ausbau in einen gut funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr. Dies bedeutet auch den weiteren zügigen barrierefreien Ausbau von Bus und Straßenbahnhaltestellen. Dazu gehören auch gute Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung des Personals.

Aktuelle Informationen zu Umleitungen und Ersatzstrecken findet ihr auf der Homepage des rnv oder der DB.

Nach dem tollen Aktionstag der Kampagne „Umsichtig unterwegs in Mannheim“ auf den Kapuzinerplanken zeigt sich unser Maskottchen „Chämy“ am Samstag, den 13. Juli auf dem Meeräckerplatz. Im Mannheimer Lindenhof gibt es zwischen 10:30 Uhr und 12:00 Uhr die Möglichkeit, sich über unsere Kampagne zu informieren und mit uns in das Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf Euren Besuch und stehen gerne für Fragen zur Verfügung. Die von der Stadt Mannheim mit unterstützte Kampagne möchte die gegenseitige Rücksichtnahme aller Menschen im öffentlichen
Raum fördern.

Gruppenfoto von den Teilnehmerinnen des Aktionstag.
Gruppenfoto der Veranstalter*innen des Aktionstages

Hierzu Karl Heinz Schneider vom Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K über die Hintergründe der Kampagne: „Der öffentliche Raum wird in Mannheim von vielen unterschiedlichen Menschen genutzt. Dazu gehören junge und alte, schnelle und langsame Menschen, Menschen mit einer dauerhaften oder kurzfristigen Behinderung, Familien mit Kinderwagen. Ebenso unterschiedlich wie die Menschen sind die Mobilitätsformen und ihre individuellen Geschwindigkeiten – sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, Rollstuhl, E-Scooter oder mit dem Auto. Die Kampagne, möchte Verkehrsteilnehmende sensibilisieren, damit die Menschen im öffentlichen Raum achtsamer miteinander umgehen. Es geht nicht zuletzt darum, die Mobilität in unserer Stadt für alle sicherer und angenehmer zu machen.“

Organisiert wird die Kampagne von der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e. V., dem Badische Blinden- und Sehbehindertenvereins V.m.K und dem Gehörlosenverein Mannheim.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:
https://umsichtig-unterwegs.de/

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit möchte Euch auf den diesjährigen Christopher Street Day in Mannheim am  13.7.2024 hinweisen. „Mit neuem Namen und neuem Konzept startet die „Monnem Pride“ in eine Transformation, die einen nachhaltigeren CSD in die Innenstadt bringen wird. Das Motto der diesjährigen Monnem Pride ist stark von der aktuellen politischen Lage geprägt.“ heißt es in dem Aufruf. Weiter steht im Aufruf: “ Wir sind mit allen Menschen solidarisch, die eine offene und wertschätzende Gesellschaft fördern und leben wollen. Unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der geistigen, psychischen oder körperlichen Fähigkeiten, des Alters, der sexuellen Identität oder des Geschlechtsbewusstseins, des Geschlechtsausdrucks oder der Religion und Weltanschauung. Denn nur zusammen gelingt uns eine lebenswerte Zukunft für alle! „

Start der  Demo: 15:00 Uhr und Start des Platzfest auf dem Alten Meßplatz: 16:30 Uhr

Alle Informationen findet ihr auf der Homepage der „Monnem Pride“:

Die Kundgebungen auf dem Straßenfest werden in deutsche Gebärdensprache übersetzt!

Am Samstag, den 6. Juli, veranstaltet die Kampagne „Umsichtig unterwegs in Mannheim – – aufpassen und anpassen“ einen Aktionstag auf den Mannheimer Kapuzinerplanken. Von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr stellen die drei Vereine Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e. V., der Badische Blinden- und Sehbehindertenvereins V.m.K und der Gehörlosenverein Mannheim der interessierten Bevölkerung die Ziele der Kampagne mit einem abwechslungsreichen Programm vor. Die von der Stadt Mannheim mit unterstützte Kampagne, möchte die gegenseitige Rücksichtnahme aller Menschen im öffentlichen Raum fördern.

Foto vom Kampgnenlogo mit Chämy dem Chamäleon

Blickfang auf dem Aktionstag wird mit Sicherheit für Kinder, der Auftritt des sympathischen Kampagnenmaskottchen „Chämy“ werden. Präsentiert werden verschiedene Angebote zum Mitmachen und Ausprobieren. Geplant sind ein Rollstuhlparcour. Ebenso kann Orientierung mithilfe eines Blindenleitsystems ausprobiert werden. Außerdem winken bei Teilnahme am Quiz mit dem Glücksrad attraktive Gewinne für die Teilnehmer*innen. Vertreter*innen der Kampagne stehen für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung. Wer möchte, kann das Rollstuhltransportrad von Lastenvelo Mannheim kennenlernen oder in gemütlicher Atmosphäre gegen Spende einen Kaffee des Inklusions-Cafés Bee Five vom Sozialdienst Katholischer Frauen genießen.

Die Kampagne „Umsichtig unterwegs in Mannheim – aufpassen und anpassen“ findet ihr hier im Internet:

https://umsichtig-unterwegs.de/

 

Stellungnnahme vom 11. Juni 2024:

„Europawahlen und Kommunalwahlen sind vorüber. „Europawahlen sind keine Bundestagswahlen“, diesen Satz hört man oft und er ist immer beruhigend und beschwichtigend gemeint. Doch die Zeit der Beschwichtigungen ist vorbei. Und vielleicht haben gerade diese Beschwichtigungen ermöglicht, dass unsere politische Landschaft nun aussieht, wie sie aussieht. Demokratie muss immer offen und vielfältig sein und Widersprüche aushalten. Aber sie muss genauso konsequent sein, wenn sie selbst angegriffen wird. Und das ist nicht passiert.

Was bedeuten die nicht neuen, aber stark angewachsenen politischen Tendenzen für behinderte Menschen? Im Programm einer bestimmten Partei zur letzten Bundestagswahl findet sich unter anderem der Satz „Keine ideologisch motivierte Inklusion“. Im Programm zur Europawahl findet sich Inklusion lediglich noch an einer Stelle wie folgt: „Eine Inklusion um jeden Preis geht zu Lasten der Bildungsqualität aller Beteiligten.“ Weiter findet sich nichts mehr zum Thema Inklusion. Dieses Nichts muss nicht bedeuten, dass es dazu keine Idee gäbe; Es kann auch bedeuten, dass der Ansatz der Inklusion selbst nichtig ist, ebenso wie möglicherweise in diesem Denken behinderte Menschen selbst nichtig sind. Auch das ist nicht überraschend. Und man muss nicht rechtsgesinnt sein, um sich kritisch mit dem Ansatz der Inklusion auseinanderzusetzen. ….“

Den kompletten Text findet ihr hier als PDF.

BiBeZ e.V. aus Heidelberg findet ihr im Internet hier:

https://www.bibez.de
Foto von der Diskussionsveranstaltung mit Frau Professor Sigrid Arnade in der Mannheimer Abendakademie

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e. V. hat Frau Prof. Dr. Arnade am 7. Mai in der Mannheimer Abendakademie über den Stand der Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention in der Bundesrepublik  Deutschland referiert. Titel der Veranstaltung war „UN-Behindertenrechtskonvention: Papiertiger oder Chance für Inklusion in Mannheim?“. Frau Arnade hat herausgearbeitet, dass die Rechte von Menschen mit Behinderungen in den letzten 15 Jahre zwar deutlicher ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind, aber noch große Schritte benötigt werden, um einen grundlegenden Wandel hin zu einer inklusiven Gesellschaft zu verwirklichen. Bislang mangelt es jedoch an der notwendigen Entschlossenheit von Politik, Verwaltung und den Anbietern sozialer Dienstleistungen, diese Herausforderung systematisch anzugehen.

In diesem Zusammenhang ist eine Novelle des Behindertengleichstellungsgesetzes von größter Wichtigkeit für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, denn hier müssen auch private Anbieter von Gütern und Dienstleistungen zur Barrierefreiheit verpflichtet werden.

Frau Arnade stellt uns hier den Vortrag  als PDF-Dokument zur Verfügung. Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung. Auf der Seite von „Freie Radios Net“ kann der Veranstaltungsbeitrag auch hier nachgehört werden. Einen herzlichen Dank geht auch an die bermuda.funk Redaktion „Einfach reden!“, die den Beitrag mit Einverständnis von Frau Arnade mitschneiden konnte und uns hier zur Verfügung gestellt hat.

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e. V. hat für die am 9. Juni in Mannheim anstehenden Kommunalwahlwahlen Wahlprüfsteine erstellt. Diese haben wir den demokratischen Parteien am 17. April zukommen lassen. Rückantworten haben wir in folgender Reihenfolge von den Parteien FDP, SPD, Die Linke, CDU und Bündnis 90 / Die Grünen bekommen. Hierzu haben wir ein PDF-Dokument mit den Antworten der Parteien erstellt. Diese können hier als vergleichende Gegenüberstellung eingesehen werden.

Die Antworten der Parteien auf unsere Fragen.

Unsere Fragen beschäftigen sich mit gesellschaftlicher Beteiligung, Barrierefreiheit in den Bereichen Bauen/Wohnen, öffentlicher Personenverkehr, Arbeit, Bildung, Freizeit und Kultur. Wir bedanken uns für die Beantwortung unserer Fragen.

Auch dieses Jahr beteiligen wir uns mit einem Informationstand an der Maifeier des Deutschen Gewerkschaftsbund in Mannheim. Kommt uns am 1.Mai auf dem Marktplatz in G1 besuchen. Aktive der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Nekar e. V.  sind von 9:00 bis 14:00 Uhr präsent. Wir freuen uns auf Euren Besuch und viele spannende Gespräche um Inklusion und Barrierefreiheit.

Es gibt Information zu Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen des europäischen Protestag  zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Es findet z.B. am 5. Mai in Heidelberg eine Kundgebung des Aktionsbündnis Inklusion Heidelberg unter dem Motto „Wir klagen an: Menschenrecht auf Inklusion JETZT!“ statt. Die Veranstaltung beginnt um 15:30 Uhr auf dem Bismarkplatz. Außerdem referiert am Dienstag, den 7. Mai, in der Abendakademie Mannheim Frau Prof. Dr. Sigrid Arnade zum Thema „UN-Behindertenrechtskonvention: Papiertiger oder Chance für Inklusion in Mannheim?” Beginn ist um 18:00 Uhr.

Den Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbund zum 1. Mai 2024 gibt es hier:

„Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit“

Auch dieses Jahr finden viele Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen  des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ rund um den 5. Mai 2024 statt.
Das diesjährige Motto lautet: „SELBSTBESTIMMT LEBEN OHNE BARRIEREN“. In Berlin findet eine zentrale Demonstration hierzu statt. Im Aufruf des Aktionsbündnisses heißt es:  „Auch 15 Jahre nach Inkrafttreten der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und vieler nationaler Gesetze und Richtlinien sind Menschen mit Behinderung von einer uneingeschränkten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben noch immer weit entfernt. Auch wenn Deutschland vor großen Herausforderungen steht – Inflation, Klima- und Energiekrise, Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, Fachkräftemangel – dürfen die Belange von Menschen mit Behinderung nicht außer Acht gelassen werden.“

Getragen wird die Demonstration von vielen Sozialverbänden und Selbstvertretungsorganisation von Menschen mit Behinderungen.

Mehr Informationen findet ihr auf der Homepage des Bündnisses:
https://www.protesttag-behinderte.de/

Im Rahmen des „Europäischen Protesttags“ findet in Mannheim am 7. Mai eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V. in der Mannheimer Abendakademie statt. Titel der Veranstaltung ist: “ UN-Behindertenrechtskonvention: Papiertiger oder Chance für Inklusion in Mannheim?“ Hierzu referiert ab 18:00 Uhr Frau Prof. Dr. Sigrid Arnade. Sie ist im Sprecherinnenkreis des Deutschen Behindertenrat.

Alle Informationen findet ihr hier auf unserer Homepage unter:
https://barrierefrei-mannheim.de/un-brk/