die letzte Abstimmungsphase des Beteiligungshaushaltes 2023 ist nun abgeschlossen. In den letzten Stunden der Abstimmung spätabends am vergangenen Sonntag ist es durchaus noch mal spannend geworden, aber letztlich scheinen sehr viele Menschen in Mannheim unseren Wunsch nach mehr Rücksichtnahme im öffentlichen Raum zu teilen: Die gemeinsame Idee von BBSV, Gehörlosenverein und AG Barrierefreiheit ist mit 128 Unterstützungen auf einem souveränen fünften Platz gelandet.
Vom 12. bis 14. Dezember 2022 finden nun die regulären Haushaltsberatungen des Mannheimer Gemeinderats statt. Da alle 18 eingereichten Ideen nun in der Reihenfolge ihrer Platzierung berücksichtigt werden, stehen die Chancen sehr gut, dass wir in den kommenden zwei Jahren eine tolle Kampagne auf die Beine stellen können.
In jedem Fall möchten wir uns bei all denjenigen, die trotz hoher digitaler Hürden mit abgestimmt und gespannt auf das Ergebnis gewartet haben, an dieser Stelle schon einmal ausdrücklich bedanken. (www.mannheim-gemeinsam-gestalten.de)
Außerdem laden wir Sie und euch natürlich herzlich dazu ein, nach dem 14. Dezember noch einmal auf dem Beteiligungsportal vorbeizuschauen und sich über die finalen Haushaltsbeschlüsse zu informieren.
Erfreuliche Entwicklung in Baden-Württemberg: Erstmals wird hier eine Stelle geschaffen, an die sich Behinderte direkt mit ihrem Anliegen wenden können. Hierzu ein Artikel aus dem Kobinet und darunter die Stellungnahme des Landes selbst.
Michael Müller bei seinem Vortrag und ein Teil der Zuhörer.
Wie angekündigt fand am Dienstag, dem 22.11. der Vortrag von Michael Müller statt: „Was tun wenn’s brennt?“. Die Veranstaltung im Saal der Mannheimer Abendakademie war mit etwa 50 Personen gut besucht. Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzten für die zahlreich anwesenden Gehörlosen.
Nach zwei Stunden kurzweiligen Vortrags und vieler kritischer Nachfragen aus dem Publikum bleibt dennoch festzustellen: Das Thema Barrierefreier Brandschutz wird von den Verantwortlichen nach wie vor ignoriert oder aber falsch verstanden. Auch werden immer wieder höhere Kosten für barrierefreien Brandschutz befürchtet, z.B. für die Einrichtung sogenannter Freiflächen. etc. Darüberhinaus kommt es bis heute regelmäßig zu Missverständnissen bez. der Weiterbenutzung vom Aufzügen: In nicht betroffenen Brandabschnitten können und sollten Aufzüge nämlich in vielen Fällen zur Evakuierung weitergenutzt werden. Hat man ein Gebäude auch auf diese Art betreten, sind Treppen und Aufzüge oft ein naheliegender, schneller und gut verständlicher Fluchtweg.
Evakuierungshilfsmittel wie Evakuierungsstühle oder Matratze sind einer baulich ermöglichten Eigenrettung ebenfalls nicht vorzuziehen. Neben erheblichem Material- und Platzaufwand sowie regelmäßig nötigen Schulungen / Übungen werden Betroffene dadurch auf wahrscheinlich längere Zeit von dringend benötigten Hilfsmitteln (z.B. teuren Elektrorollstühlen getrennt.
Bei einer Evakuierung sollte immer erst die horizontale und dann die vertikale Nutzung des Fluchtwegs erfolgen. Ein Vertreter der Mannheimer Feuerwehr im Publikum betonte die Wichtigkeit, beim Verlassen des Gebäudes hinter sich die Tür zu schließen, um die Ausweitung auf benachbarte Brandabschnitte zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Besteht keine unmittelbare Gefahr in der eigenen Umgebung, sei es meistens auch klüger, zunächst nicht zu flüchten, um kein Risiko für Leib und Leben einzugehen. Besser sei es, vom Fenster aus auf sich aufmerksam zu machen und die Rettungsdienstleitstelle möglichst konkret über den eigenen Standort zu informieren.
Selbstverständlich sind Schulungen und Brandschutzübungen sehr wichtig. Sie sollten regelmäßig mit allen Betroffenen und in nicht allzu großen Abständen stattfinden, um das Bewusstsein für den Ernstfall zu erhalten.
Für viele Behinderte eine „brennende “ Frage. Zwar wurde viel getan, um Brände zu vermeiden und Fluchtwege zu schaffen. Die Frage ist aber, ob diese von Behinderten auch genutzt werden können und wie sie kommunizieren können.
Hier können Sie den Flyer „Was tun wenn’s brennt?“ herunterladen
Zu diesem Thema konnten wir Herrn Dipl. Ing. Michael Müller vom CBF ( Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt e.V) gewinnen.
Wir laden alle Interessierten am 22. November zu unserer Veranstaltung in der Mannheimer Abendakademie (U1 16-19) ein. Beginn ist um 16 Uhr, Einlass ab 15 Uhr 30. Für Gehörlose wurden zwei Dolmetscherinnen engagiert.
Wo wir sind, sind Viele. Unser Stand auf dem Neumarkt.
Zu diesem Thema hatte die AGB am Freitag, den 14.10.22 einen Infostand am Neumarkt. Unser Partner war der Bermudafunk, von dem auch diese Überschrift stammt. Akustisch, weil hier Interviews mit unseren Besuchern und Passanten geführt wurden. Gefragt wurde nach persönlichen, baulichen und strukturellen Barrieren im öffentlichen Raum Mannheims. Die Resonanz war durchweg positiv und mehr als einmal hat das gemeinsame Gespräch die Erkenntnis gebracht, dass wirklich Alle von Barrierefreiheit profitieren und (früher oder später) auch einmal Alle auf Barrierefreiheit angewiesen sein werden.
Under Construction ist ein Projekt des Bermudafunks, in dessen Rahmen Projekte und Initiativen ihr Engagement vorstellen, das sie an einen Mannheimer Ort ‚heften‘. Diese interaktive Karte soll nunmehr auch mit Impulsen zum Thema Barrierefreiheit bestückt werden, z.b. mithilfe der am 14.10. entstandenen Beiträge. Hier zum Projekt:
Die Aufnahmen werden voraussichtlich in der Sendung am 26. Oktober ab 16 Uhr gesendet.
Ausdrücklich bittet der Bermudafunk um weitere Tonbeiträge, die z.B. auch über das eigene Smartphone aufgenommen werden können. Ansprechpartnerin ist Christina Gehrlein (under-construction@bermudafunk.org).
Diese Veranstaltung war Teil der einanderAktionstage 2022.
Barrierefreier Einstieg des ICE L, Bild: Deutsche Bahn
Im September 2022 präsentierte die Deutsche Bahn den ICE L, einen Fernverkehrszug mit der Möglichkeit zum stufenlosen Einstieg an vielen Bahnsteigen. Damit wird in unser alternden Gesellschaft erstmals ein drängendes Problem angegangen, das europäische Nachbarländer wie zum Beispiel Frankreich oder die Schweiz schon seit Langem im Blick behalten haben.
Das Problem: Bis 2025 sind nur 23 Züge des spanischen Herstellers Talgo bestellt. Zunächst werden diese zwischen Berlin und Amsterdam sowie ab 2026 dann auf den touristischen Verbindungen nach Sylt und nach Oberstdorf eingesetzt werden.
Der Rest der Stück für Stück erneuerten ICE-Flotte setzt mit dem ICE 3neo leider nach wie vor auf einen Einstieg mit Trittstufen und einem im Fahrzeug verbauten Hublift. Für alle Menschen, die im Fernverkehr mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder schwerem Gepäck unterwegs sind, bleibt der Grundsatz von Barrierefreiheit „grundsätzlich ohne fremde Hilfe“ (§4 Satz 1, BGG) unerfüllt.
Hublift für den ICE 3neo, Bild: Bernd Kittendorf
Die 23 neuen ICE-L-Züge werden ein Schritt Richtung mehr Barrierefreiheit sein, jedoch ein sehr kleiner. Für den Großteil aller Verbindungen im Fernverkehr wird auch in Zukunft der zeitaufwendige Umweg über die sogenannte Mobilitätszentrale nötig werden. Wer einen Rollstuhlstellplatz und/oder eine Einstiegshilfe benötigt, kann das leider immer noch nicht im Rahmen der Buchung selbst erledigen, sondern muss diese Leistung mindestens bis um 20:00 Uhr des Vortages einer Reise separat anmelden.
Vorausgesetzt natürlich, einer der wenigen Rollstuhlstellplätze pro Zug ist noch verfügbar. Dieses Reservierungs- und Platzproblem bleibt nämlich bei beiden Fahrzeugen unverändert bestehen. Wer nämlich gänzlich ohne Vorankündigung auf eigene Faust verreist, kann den ICE L zwar komfortabel betreten oder verlassen, riskiert u.A. aber nach wie vor
einen Gangplatz (falls alle 3 Rollstuhlplätze belegt sind)
die Fahrt nicht antreten oder fortsetzen zu können (wegen eines Zug- oder Gleiswechsels oder einer sonstigen kuzfristigen Änderung, die eben doch wieder einen Hublift erforderlich macht)
In solchen Fällen eben einfach den nächsten Zug zu nehmen, bietet sich beim vorgesehene Takt zumindest für Menschen im Rollstuhl oder mit Schwierigkeiten beim Treppensteigen (noch) nicht an. Spontanes Verreisen für Alle bleibt somit bis auf weiteres erst einmal Zukunftsmusik.
Bild: Special Olympics Deutschland
Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Im Jahr 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen, ist Special Olympics heute mit 5,2 Millionen Athletinnen und Athleten in 174 Ländern vertreten.
So die Beschreibung der Special Olympics auf der Seite der deutschen Organisation. In dieser Woche nun finden die Landes-Sommerspiele in Mannheim statt. Eröffnungsfeier ist am Mittwoch, dem 13. Juli im Capitol Mannheim, Beginn 19 Uhr. Die weiteren Termine sind hier zu erfahren:
Wir möchten unsere Leser zum möglichst zahlreichen Besuch dieser Veranstaltungen aufrufen und auch, die Leistungen mit reichlich Applaus zu honorieren. Das SOC sollte Mannheim in guter Erinnerung behalten.
Nachtrag
Bitte beachten:
Eröffnungsfeier, Gesundheitsprogramm, Familienprogramm und Athletendisko richten sich nur an die Athlet*innen bzw. an die Beteiligten der Sommerspiele und sind nicht für die Besucher*innen geöffnet
Die Abschlussfeier am Samstag ist öffentlich!
Nach zwei Jahren Pause fand erstmals wieder der 1. Maifeiertag der Gewerkschaften auf dem Marktplatz statt. Für uns war ein ziemlich zentraler Platz reserviert. Wir hatten gute Gespräche, die dann allerdings unter dem hohen Geräuschpegel etwas eingeschränkt waren.
Die Präsenz an diesem Tag ist uns wichtig.
Wie man sieht, sind wir inzwischen uniformiert. Wir tragen einheitliche AGB-Shirts.
Erstmals haben wir ein Quiz mit acht Fragen entworfen. Drei richtige Antworten wurden mit einem Päckchen Gummibären honoriert. Wir mussten allerdings feststellen, dass diese Fragen dann doch etwas schwer für das Publikum waren. Wie stets stellt die AGB allerhöchste Ansprüche an sich selbst und andere.
Hättet ihr die Antworten denn gewusst? Anbei der Fragebogen mit Antworten.
Die Haltestelle Fernmeldeturm ist bislang weder für Bus noch Straßenbahn barrierefrei zugänglich. Im Vorfeld der Buga findet nun eine Sanierung statt, die allerdings nur als Provisorium zu sehen ist. Geplant ist eine acht Meter lange, zur Straßenbahn hin ebene Zustiegsfläche, die über eine fünf Meter lange Rampe zu erreichen ist. Für den Zustieg zum Bus ist eine zwölf Meter lange erhöhte Fläche vorgesehen.
Hier soll ein Podest für den niveaugleichen Zugang in die Straßenbahn entstehen… und hier für den Bus
Wermutstropfen: Es sind noch alte Straßenbahnen im Betrieb, die auch unter diesen Umständen keinen stufenlosen oder gar vollständig barrierefreien Zustieg erlauben. Weiterhin war bisher kein taktiles System für Sehbehinderte vorgesehen. Sowohl Vertreter der AGB als auch des Badischen Blindenvereins sehen dieses aber als unverzichtbar an.
Dazu die RNV:
Ein taktiles System ausschließlich im Bereich der Podeste erscheint allerdings nicht sinnvoll, da im kompletten Umfeld der Haltestelle keinerlei taktilen Leitelemente vorhanden sind. Die rnv wird im Zuge des vollständigen barrierefreien Haltestellenausbaus auch eine taktil erfassbare Führung und entsprechende Leitelemente so einplanen, dass eine barrierefreie Wegeführung bis zu den Gehwegbereichen gegeben sein wird.
An dieser Stelle war zu erfahren, dass der Nahverkehrsplan der Stadt Mannheim einen barrierefreien Ausbau aller derzeit noch nicht barrierefreien Straßenbahnhaltestellen vorsieht. Der Ausbau wird nach einem Stufenkonzept erfolgen, welches neben der Linienanzahl, dem Fahrgastaufkommen und den Umbaukosten insbesondere auch die in der Umgebung liegenden Geschäfte und Einrichtungen berücksichtigt. Die ersten 3 Stufen dieses Konzepts sollen aus heutiger Sicht bis 2035 abgeschlossen sein.
Wir von der AGB machen uns für eine schnellere Umsetzung stark.