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Trauer um Johann Radak

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V. trauert um Johann Radak Herr Johann Radak, unser Freund. Kollege und Mitstreiter für ein barrierefreies Mannheim ist am I4. April 2022 verstorben. Johann Radak war Gründungsmitglied und langjähriger Schatzmeister der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit in Mannheim. Er war immer sehr engagiert bei der Durchsetzung der Belange von Menschen mit Behinderung und hat wesentlich dazu beigetragen. dass die Interessen der Menschen mit Behinderung in unserer Stadt weit über den Kreis der unmittelbar‘ Betroffenen hinaus wahrgenommen wurden. Johann Radak wird uns sehr fehlen und er wird uns in positiver Erinnerung bleiben. Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V.


1. Maifeier des DGB

Nach zwei Jahren Pause fand erstmals wieder der 1.
Maifeiertag der Gewerkschaften auf dem Marktplatz statt.
Für uns war ein ziemlich zentraler Platz reserviert. Wir
hatten gute Gespräche, die dann allerdings unter dem
hohen Geräuschpegel etwas eingeschränkt waren.

Die Präsenz an diesem Tag ist uns wichtig.

Wie man sieht, sind wir inzwischen uniformiert. Wir tragen einheitliche AGB-Shirts.

Wie man sieht, sind wir inzwischen uniformiert. Wir tragen einheitliche AGB-Shirts.

Erstmals haben wir ein Quiz mit acht Fragen entworfen.
Drei richtige Antworten wurden mit einem Päckchen
Gummibären honoriert. Wir mussten allerdings feststellen,
dass diese Fragen dann doch etwas schwer für das Publi-
kum waren. Wie stets stellt die AGB allerhöchste Ansprüche
an sich selbst und andere.

Hättet ihr die Antworten denn gewusst? Anbei der Fragebogen

mit Antworten.

Lösngen zum Inklusionsquiz


Haltestelle Fernmeldeturm

Unser Team mit Mitarbeitern der RNV

Unser Team mit Mitarbeitern der RNV

Die Haltestelle Fernmeldeturm ist bislang weder für Bus noch Straßenbahn barrierefrei zugänglich. Im Vorfeld der Buga findet nun eine Sanierung statt, die allerdings nur als Provisorium zu sehen ist. Geplant ist eine acht Meter lange, zur Straßenbahn hin ebene Zustiegsfläche, die über eine fünf Meter lange Rampe zu erreichen ist. Für den Zustieg zum Bus ist eine zwölf Meter lange erhöhte Fläche vorgesehen.

Hier soll die Rampe für den Zugang in die Straßenbahn entstehen

Hier soll ein Podest für den niveaugleichen Zugang in die Straßenbahn entstehen

... und hier für den Bus

… und hier für den Bus

Wermutstropfen: Es sind noch alte Straßenbahnen im Betrieb, die auch unter diesen Umständen keinen stufenlosen oder gar vollständig barrierefreien Zustieg erlauben. Weiterhin war bisher kein taktiles System für Sehbehinderte vorgesehen. Sowohl Vertreter der AGB als auch des Badischen Blindenvereins sehen dieses aber als unverzichtbar an.

Dazu die RNV:

Ein taktiles System ausschließlich im Bereich der Podeste erscheint allerdings nicht sinnvoll, da im kompletten Umfeld der Haltestelle keinerlei taktilen Leitelemente vorhanden sind. Die rnv wird im Zuge des vollständigen barrierefreien Haltestellenausbaus auch eine taktil erfassbare Führung und entsprechende Leitelemente so einplanen, dass eine barrierefreie Wegeführung bis zu den Gehwegbereichen gegeben sein wird.

An dieser Stelle war zu erfahren, dass der Nahverkehrsplan der Stadt Mannheim einen barrierefreien Ausbau aller derzeit noch  nicht barrierefreien Straßenbahnhaltestellen vorsieht. Der Ausbau wird nach einem Stufenkonzept erfolgen, welches neben der Linienanzahl, dem Fahrgastaufkommen und den Umbaukosten insbesondere auch die in der Umgebung liegenden Geschäfte und Einrichtungen berücksichtigt. Die ersten 3 Stufen dieses Konzepts sollen aus heutiger Sicht bis 2035 abgeschlossen sein.

Wir von der AGB machen uns für eine schnellere Umsetzung stark.


Sportpark am Neckar

Visualisierung eines Eingangsbereichs in den Sportpark, Stand Januar 2021

Visualisierung eines Eingangsbereichs in den Sportpark, Stand Januar 2021 (Bild: bhmp)

Auf dem Gelände südlich des Neckarplatts plant die Stadt Mannheim einen weiteren Sportpark.

Das Projekt ist nicht Teil der Bundesgartenschau 2023, soll aber bis dahin in Teilen fertiggestellt sein und einen Eingang in das ganze Gebiet “Grünzug Nordost” darstellen. Entsprechende Pläne wurden der AGB, dem BBSV und der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung am 18.11.21 in einer Online-Konferenz vorgestellt.

Hier entsteht eine Naherholungsfläche mit Sportangeboten für Alle (Tischtennisplatten, Boule, Streetball etc.). Zum Ausblick über das Gelände einladen soll die etwa 7 Meter hohe “Bastion”, eine Aussichtsfläche, die wahlweise über eine Treppe oder eine steile Rampe von ca. 70 Meter Länge erreichbar ist. Während die Norm zum barrierefreien Bauen im öffentlichen Raum (DIN 18040-3) eine Steigung von maximal 6 % verlangt, soll hier aus Platzgründen mit bis zu 12 % gebaut werden.

Die AG Barrierefreiheit hat ihre Bedenken bez. der selbstständigen Nutzbarkeit der Rampenanlage geäußert und verlangt, dass der Norm folgend zumindest ebene Flächen als Ruhepodeste eingeplant werden.

Zeichnung des Geländes mit Wegeführung und Verortung größerer Sportangebote, Stand Januar 2021

Zeichnung des Geländes mit Wegeführung und Verortung größerer Sportangebote, Stand Januar 2021 (Bild: bhmp)

Das Gelände ist weitgehend ebenerdig, mit Ausnahme einiger, speziell für Rollstuhlnutzende geplante Sportflächen führt der Zugang nach jetziger Planung allerdings über Rasenflächen. Für NutzerInnen von Rollatoren und / oder Rollstühlen sind hier auch für den Fall des Nur-Zusehen-Wollens Schwierigkeiten absehbar.

Wo erforderlich, soll in Abstimmung mit Betroffenen auch ein Blindenleitsystem geplant werden. Durch taktile Führung und kontrastreiche Gestaltung können Menschen mit Sehbehinderung sich einfacher auf dem Gelände bewegen.

Wir erwarten weiterhin Einbindung in den Planungsfortschritt.

Nicht Thema des Gesprächs und auch nicht des Projekts, aber dennoch ungelöst bleibt für die die AGB die dringende Frage nach der Zugänglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, denn: Die nahegelegene Straßenbahnhaltestelle Neckarplatt ist zurzeit nicht barrierefrei zugänglich und soll laut Auskunft der rnv auch nicht entsprechend angepasst werden. Grund hierfür seien die nötigen großen Eingriffe in den Straßenverkehr.

Bilder mit Genehmigung der BHM Planungsgesellschaft mbH, Bruchsal



Begehung des Turbinenwerks

Luftbild vom Hauptwerk

Luftbild vom Hauptwerk.

Blick von der Pforte aufs ehemalige Werksgelände (März 2020)

Blick von der Pforte aufs ehemalige Werksgelände (März 2020)

Das Gelände des ehemaligen Turbinenwerks in Mannheim Käfertal wird voraussichtlich bis 2030 komplett umgestaltet werden, es bleibt allerdings Gewerbegebiet. Als Trägerin öffentlicher Belange wird die AG Barrierefreiheit dieses Vorhaben auf Umsetzung von Barrierefreiheit prüfen und dazu Stellung nehmen.

Am 29.10.2021 wurden der AG Barrierefreiheit der aktuelle Planungsstand zur inneren Erschließung und zur Anbindung ans öffentliche Straßennetz vorgestellt und durch einen gemeinsamen Rundgang vor Ort ergänzt.  Das Turbinenwerk wird zukünftig öffentlicher Raum der Stadt Mannheim, wobei ein Werkstor nur für laufende und “bereifte Fußgänger” (also NutzerInnen von Rollstühlen, Kinderwägen, Rollatoren etc.) zugänglich sein wird. Für Fahrzeuge ist ein eigener Zugang sowie ein Parkhaus vorgesehen.

Die auffälligste Änderung ist die Bepflanzung der Süd- und Ostflanke mit einem 20 Meter breiten Grünzug. Dort stehende Gebäude werden abgerissen. Der Zugang zum Gelände ist durch Bus- und Straßenbahnanbindung gegeben. Allerdings ist die dortige Straßenbahnhaltestelle (Boveristraße, Linie 5) aktuell nur bedingt barrierefrei. Den Zugang zum Gelände barrierefrei zu gestalten, wird hier aufgrund des Höhenunterschiedes eine besondere Herausforderung werden und muss weiter beobachtet werden.

Der (verbleibende) Schienenstrang (März 2020)

Der (verbleibende) Schienenstrang (März 2020)

Das Gelände ist überwiegend eben, allerdings teilweise mit Gleisen durchzogen. Durch Wegeführung und entsprechende (Warn-) Markierungen, sollen Schwierigkeit beim Queren, insbesondere mit rollenden Hilfsmitteln (Rollator, Rollstuhl o.Ä.) weitgehend vermieden werden. Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverband hat ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben. Der gesamte Prozess soll 2030 abgeschlossen sein, eine erste Erschließungsstraße mit Grünstreifen ist aber evtl. schon Ende 2022 fertig. Parallel dazu beginnt der Bau eines Bürohochhauses, allerdings nur, wenn Bedarf besteht. Die Stadt Mannheim, der das Areal nach abgeschlossener Revitalisierung letztlich übergeben wird, hat zugesichert, künftig in jedem Stadtteil eine behindertengerechte Toilette errichten. Aufgrund der Ausdehnung des Gebietes von ca. 14 Hektar und seiner zukünftig wachsenden Bedeutung als Gewerbegebiet in Käfertal könnte man hier fast schon von der Entstehung eines inoffoziellen Stadtteils im Stadtteil sprechen; folglich fordern wir von der Stadt auch hier eine barrierefreie öffentliche Toilettenanlage.

Dieses Gebäude muss dem Grünzug weichen

Für die zukünftigen Grünflächen muss dieses Gebäude weichen. Bild: Martin Köhl

Bilder mit Genehmigung der Firma Obermeyer