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Inklusion ist mehr als Integration!

Engagierter Vortrag von Manfred Froese

01.05.2008 – Sichtlich beeindruckt zeigte sich das anwesende Publikum am 16. April im ParitĂ€tischen Zentrum. Zu der Veranstaltung mit dem Titel „Auf dem Weg zur Inklusion? Ein Werkstattbericht ĂŒber Entwicklungen in der Eingliederungshilfe (Bund, Land, Kommune)” hatte der ParitĂ€tische eingeladen.

Der Referent gab einen hervorragenden Überblick zur allgemeinen Situation von Menschen mit Behinderungen. Bewußt stellte Manfred Froese das Wort „Inklusion” ins Zentrum seiner AusfĂŒhrungen. Darunter verstehe man die „volle gesellschaftliche Teilhabe” von Menschen mit Behinderungen. Der Begriff Inklusion (englisch „inclusive”) stammt aus dem „UN-Übereinkommen ĂŒber die Rechte von Menschen mit Behinderungen”, das in der UN-Generalversammlung im Dezember 2006 verabschiedet und von 80 Staaten, darunter auch der Bundesrepublik, unterzeichnet wurde. Da mittlerweile 20 Unterzeichnerstaaten ĂŒber ihr nationales Parlament die Konvention ratifiziert haben, wird sie im Mai in Kraft treten (die Bundesrepublik ist leider noch nicht darunter).

Inklusion beinhalte fĂŒr Menschen mit Behinderungen u. a.:

  • Achtung der Autonomie, auch fĂŒr schwerstbehinderte Menschen
  • Garantie sozialer Anspruchsrechte (z. B. Recht auf Assistenz)
  • Beseitigung aller Barrieren (auch in den Köpfen)
  • Wahlrecht auf Kindergarten- und Schulbesuch
  • Verpflichtung auf integrativen Arbeitsmarkt
  • Diskriminierungsschutz.

Nach Ratifizierung hat der jeweilige Staat eine Berichtspflicht gegenĂŒber der UN, und er muß eine nationale Stelle zur Überwachung der Konvention schaffen. Um diesen Prozeß auf Bundesebene zu beschleunigen, gibt es eine Kampagne samt Unterschriftenliste der Aktion Mensch und der VerbĂ€nde und Organisationen der Behindertenhilfe und –selbsthilfe mit der Aufforderung an die Bundesregierung, die UN-Menschenrechtskonvention zu ratifizieren.

BezĂŒglich der Entwicklung des Persönlichen Budgets (PB) sprach der Referent eher von einer „betrĂŒblichen” Entwicklung. Hier gelte es, die Kostendeckelung aufzuheben und endlich ein einheitliches Verfahren zur Ermittlung des Hilfebedarfs zu entwickeln (momentan gibt es ĂŒber 60). Im Rahmen des PB plĂ€dierte er fĂŒr eine unabhĂ€ngige Beratung und fĂŒr Betroffenenbeteiligung, die Budgetberatung dĂŒrfe nicht aus dem Budget selbst bezahlt werden.

=> Die Deutsche ArbeitsĂŒbersetzung der UN-Konvention (40 S.) oder eine BroschĂŒre mit einer Zusammenfassung dieser UN-Regelungen kann im BĂŒro des ParitĂ€tischen als pdf-Datei angefordert werden. Am 5. Mai auf einer Veranstaltung der AG Barrierefreiheit zum Thema MobilitĂ€t im Collinicenter wird die BroschĂŒre ebenfalls ausliegen.