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Die AG Barrierefreiheit auf dem Behindertenkongress

14.11.2010 – Der Mannheimer Gemeinderat möchte wissen, wie es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in dieser Stadt steht. Er beschloss die Veranstaltung eines Kongresses im Dezember 2010: “Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt”. Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit verfĂŒgt ĂŒber knapp 10 Jahre lokale Erfahrungen mit dem Thema.

Wer könnte besser zu dieser Frage Stellung nehmen, als behinderte Menschen selbst? Sie sind Experten in eigener Sache. “Nichts ĂŒber uns ohne uns”, lautet das Motto. Je mehr Behinderte sich beim Kongress einbringen, desto aussagefĂ€higer das Ergebnis. Die Veranstaltung hat eine Chance auf Erfolg, wenn sie die Anliegen bĂŒndelt und eine Aktionsplan verabschiedet. Gleichwertige Lebensbedingungen fĂŒr Menschen mit und ohne Behinderung sind das Ziel. Nicht mehr Papier, sondern handfeste VerĂ€nderung in der RealitĂ€t sind der Maßstab.

Wie lebt es sich in der Quadratestadt? Welche Angebote können uneingeschrĂ€nkt genutzt werden; wo tun sich Hindernisse auf? Die UN-Behindertenkonvention liefert einen zeitgemĂ€ĂŸen Maßstab fĂŒr Ziele und Bewertungen. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Mannheim Klaus Dollmann zeichnet verantwortlich fĂŒr den Ablauf der Tagung.

Auf dem Behindertenkongress wird es fĂŒnf Workshops zu folgenden Themenbereichen geben:

Workshop 1 “Chancengleichheit bei Arbeit und BeschĂ€ftigung”

Menschen mit Behinderung wollen den Mannheimer Arbeitsmarkt uneingeschrĂ€nkt nutzen. BerufstĂ€tig sein zu können spielt fĂŒr viele Menschen eine große Rolle bei der Lebensgestaltung – ökonomisch wie sozial. Wer sind die großen Arbeitgeber der Stadt? Wie können sie motiviert werden, mehr ArbeitsplĂ€tze fĂŒr Behinderte zu schaffen? Welche Rolle könnten dabei die Schwerbehinderten-Vertrauensleute spielen? Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen?

Workshop 2 “Schaffung behindertenfreundlicher Wohnungen”

Bezahlbarer barrierefreier Wohnraum ist rar, auch in Mannheim. Welche Angebote könnten behinderten Menschen individuell weiterhelfen? UnabhĂ€ngige Wohnberatung wĂ€re ein Stichwort. Eine öffentliche Datenbank mit dem aktuell verfĂŒgbaren Angebot ein anders. Auf ĂŒbergreifender Ebene sind die großen BautrĂ€ger bzw. Wohnungsbau-Unternehmen in der Pflicht. Sie kĂŒnftig stĂ€rker einzubinden erscheint unverzichtbar.

Workshop 3 “Bildung von Anfang an fĂŒr ALLE!”

Bildung findet hauptsÀchlich in Schule, Ausbildung und Studium statt. Wie sieht die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Regelangebot aus?

ZunĂ€chst zur Förderschule. 77 Prozent der FörderschĂŒler bleiben ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige von ihnen schaffen den Sprung zurĂŒck auf eine allgemeine Schule. Je lĂ€nger ein SchĂŒler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungĂŒnstiger entwickeln sich seine Leistungen. Das meint die Bertelsmann-Stiftung in ihrer jĂŒngsten Studie.

Gemeinsames Lernen hat Vorteile fĂŒr beide Seiten. Dazu mĂŒssen sich die Regeleinrichtungen uneingeschrĂ€nkt öffnen. Wo zwischen Start und Ziel befindet sich die Stadt Mannheim. Wieviele Regelschulen sind zugĂ€nglich? Gibt es ausreichend Personal? Reicht die Ausstattung? Wo hakt es?

Workshop 4 “Freizeit und Kultur”

Alle VeranstaltungsstĂ€tten in Mannheim mĂŒssen ausreichend PlĂ€tze zu bezahlbaren Preisen anbieten.

Workshop 5 “Barrierefreiheit als Gestaltungsprinzip”

Wie sieht die Zwischenbilanz aus? Was wurde erreicht, was wurde versĂ€umt? Wie kann sichergestellt werden, daß bei kĂŒnftigen Bauvorhaben die Frage der Barrierefreiheit standardmĂ€ĂŸig BerĂŒcksichtigung findet? Wie können Behörden, Architekten und Stadtplaner besser eingebunden werden?