Logo der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Mannheim

Mannheim: Strandbadbus fährt wieder öfter

24.04.2011 – Aufgrund der guten Witterung erhöht die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) ab Karfreitag, 22. April, das Fahrtenangebot des sogenannten Strandbadbusses.

Die Busse der Linie 49 fahren dann an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ab der Haltestelle Rheingoldhalle im 20-Minuten-Takt im Zeitraum von 10 bis 20.30 Uhr. In der Gegenrichtung starten die Busse an der Haltestelle Strandbad in der Zeit von 10.03 bis 20.33 Uhr ebenfalls im 20-Minuten-Takt.

Der Bus kann nach Aussage der RNV 1 Rollstuhl befördern.

Die Fahrtzeiten des Strandbadbusses sind auf die Ankünfte und Abfahrten der Stadtbahnlinie 3 abgestimmt.

Bei anhaltend schlechter Witterung kann das Fahrtenangebot der Linie 49 wieder reduziert werden, Fahrgäste werden hierüber natürlich vorab informiert.

Bisher fuhr der Strandbadbus an Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr im 60-Minuten-Takt.


Barrierefreier Haltestellenumbau in den Planken

14.04.2011 – Die AG Barrierefreiheit zeigt sich überrascht über den Einwand des Einzelhandelsverbandes zur Haltestelle Strohmarkt, die im Bericht des Mannheimer Morgen vom 22. März 2011 geäußert wird. Wir hatten bereits im Sommer letzten Jahres in einem auf Wunsch des Einzelhandelsverbandes zustande gekommenen Gespräches freundlich aber entschieden für den barrierefreien Umbau der Haltestelle Strohmarkt im Interesse von mobilitätsbehinderten Menschen plädiert. Von den nunmehr seitens des Einzelhandelsverbandes vehement vorgebrachten Statements („Die Haltestelle muss weg“ etc.) konnten wir in dem Gespräch nichts vernehmen. Wir hatten sogar darauf hingewiesen und den Wunsch ausgedrückt, dass alle Beteiligten zu einer einvernehmlichen Lösung in Anbetracht der gegebenen räumlich-technischen Voraussetzungen an der Haltestelle Strohmarkt gelangen können. Eine barrierefreie Haltestelle Strohmarkt stand und steht für uns nicht zur Disposition.

Wir begründen dies damals wie heute damit, dass es im Bereich Planken viele Versorgungseinrichtungen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten gibt, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut und barrierefrei erreichbar sein müssen. Die Nichtrealisierung einer (barrierefreien) Haltestelle Strohmarkt würde für Menschen mit Behinderungen noch weitere Wege bedeuten. Gerade Mobilitätseingeschränkte, zu denen nicht nur Rollstuhlfahrer, blinde und sehbehinderte Menschen, sondern auch Gehbehinderte, Nutzer von Rollatoren oder Personen mit Kinderwagen gehören, sind auf eine gut funktionierende öffentliche Nahverkehrsinfrastruktur angewiesen. Schließlich gehört auch der letztgenannte Personenkreis zum Einkaufspublikum und fördert den Umsatz des Einzelhandels.

Wir vertreten aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit mit Blick auf die Anforderungen für barrierefreie Haltestellen folgende Standpunkte:

  • Über die gesamte Länge der Bahn (40 m) hinweg muss ein niveauloser Einstieg möglich sein.
  • Wir favorisieren Einfachhaltestellen.
  • Wenn Doppelhaltestellen eingerichtet werden, muss die Erhöhung über beide Bahnen verlaufen (negatives Gegenbeispiel: Hauptbahnhof).
  • Wir stehen keiner technischen Umsetzung entgegen, die z. B. die Einmodellierung der Haltestelle ins Gelände vorsieht (Absenkung der Gleisachse und gleichzeitige Anhebung der Fußgängerfläche über eine Rampenlösung – damit entfiele eine Kante auf der Rückseite der Haltestelle). Auch damit wäre ein ebenerdiger Ein- und Ausstieg möglich.

In diesem Zusammenhang möchten wir auch daran erinnern, dass neben den Planken- Haltestellen Wasserturm, Strohmarkt und Paradeplatz auch an die barrierefreie Umgestaltung der Haltestelle Rathaus gedacht war. Letzteres steht mit ganz oben auf der Wunschliste der AG Barrierefreiheit und wird sicherlich bei der (verschobenen) Fortschreibung des Nahverkehrsplanes der Stadt mit auf der Tagesordnung stehen. Wir erinnern uns noch gut an die Diskussion um die Haltestelle Marktplatz. Auch damals wurde im Vorfeld von interessierter Seite versucht, eine barrierefreie Haltestelle zu verhindern. Nachdem auch die Bundesrepublik die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat, sind wir aber sehr zuversichtlich, dass diese Zeiten der Vergangenheit angehören.

Lesen Sie hierzu auch:

Mannheimer Morgen 22. März 2011 „Streit um die dritte Haltestelle“ (Komplett nur für Abonnenten und Lesern des Mannheimer Morgen)

Mannheimer Morgen 13. April 2011 „Gelungener (Ent-)Wurf“


Kultur (-Hauptstadt) ohne Barrieren?

08.04.2011 – Flyer zu (Kultur-) Hauptstadt ohne Barriereren Wir laden herzlich ein zu der Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Europäischen Protesttages von Menschen mit Behinderungen:

Kultur (-Hauptstadt) ohne Barrieren?
Barrierefreie Großveranstaltungen am Beispiel Kulturhauptstadt und Kirchentag
Referent: Michael Hofmann, Gesundheitswissenschaftler Dortmund.
Termin: Donnerstag 5. Mai 2011
Beginn 17:00 Uhr Einlass 16:00 Uhr
Ort: Collinicenter 10.OG

Zum Thema:

Die Stadt Mannheim will sich gemeinsam mit der Metropolregion Rhein-Neckar um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2020“ bewerben. Wir fragen nach,welche nachhaltigen Fortschritte diese Bewerbung auch für Menschen mit Behinderungen bringen kann

  • im Bereich der Teilhabe am kulturellen Leben
  • bei der Überwindung bestehender räumlicher Hindernisse
  • für das Ziel eines „Barrierefreien Mannheim für alle“
  • bei der Beseitigung bestehender „Barrieren in den Köpfen“.

Zum Referenten:

Herr Hofmann hat bei der Vorbereitung und Umsetzung der Kulturhauptstadt 2010 in Essen zum Thema Barrierefreiheit maßgeblich mitgearbeitet. Er wird in einem ca. halbstündigen Referat seine Erfahrungen vortragen und steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung.

Die Veranstaltungsräumlichkeit ist für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer stufenlos zugänglich und verfügt über eine barrierefreie Behindertentoilette.

Die Gebärdensprachdolmetscherin Frau Ulla Bernhard steht zur Verfügung.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie den Veranstaltungsort mit der Straßenbahnlinie 5 (Haltestelle Collinicenter).

Veranstalter: AG Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V. in Zusammenarbeit mit der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Stadt Mannheim und dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Mannheim Klaus Dollmann.

Eintritt frei

Schöner Rundblick über Mannheim.

Getränke und ein kleiner Imbiss werden angeboten.
Zum Flyer der Veranstaltung


Erklärung des 1. Mannheimer Behindertenkongresses vom 3.12.2010

03.12.2010 – Einstimmig wurde auf dem Behindertenkongress nachfolgende Erklärung verabschiedet:

Erklärung des 1. Mannheimer Behindertenkongresses vom 3.12.2010

Der Deutsche Bundestag beschließt zur Stunde, heute am Welttag der Behinderten, die Absenkung der Grundsicherung für Menschen mit Behinderungen, die im Haushalt ihrer Eltern leben. Der ohnehin karge Betrag von 359,- € wird um 68,- € auf 291,- € gekürzt.

Damit errichtet die Mehrheit im Bundestag zusätzliche Barrieren für Menschen mit Behinderungen. Das Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention wird zur Sonntagsrede deklassiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses „Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt“ fordern schon heute die Rücknahme dieser behindertenfeindlichen Hartz-IV-„Reform“.


Die AG Barrierefreiheit auf dem Behindertenkongress

14.11.2010 – Der Mannheimer Gemeinderat möchte wissen, wie es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in dieser Stadt steht. Er beschloss die Veranstaltung eines Kongresses im Dezember 2010: „Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt“. Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit verfügt über knapp 10 Jahre lokale Erfahrungen mit dem Thema.

Wer könnte besser zu dieser Frage Stellung nehmen, als behinderte Menschen selbst? Sie sind Experten in eigener Sache. „Nichts über uns ohne uns“, lautet das Motto. Je mehr Behinderte sich beim Kongress einbringen, desto aussagefähiger das Ergebnis. Die Veranstaltung hat eine Chance auf Erfolg, wenn sie die Anliegen bündelt und eine Aktionsplan verabschiedet. Gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderung sind das Ziel. Nicht mehr Papier, sondern handfeste Veränderung in der Realität sind der Maßstab.

Wie lebt es sich in der Quadratestadt? Welche Angebote können uneingeschränkt genutzt werden; wo tun sich Hindernisse auf? Die UN-Behindertenkonvention liefert einen zeitgemäßen Maßstab für Ziele und Bewertungen. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Mannheim Klaus Dollmann zeichnet verantwortlich für den Ablauf der Tagung.

Auf dem Behindertenkongress wird es fünf Workshops zu folgenden Themenbereichen geben:

Workshop 1 „Chancengleichheit bei Arbeit und Beschäftigung“

Menschen mit Behinderung wollen den Mannheimer Arbeitsmarkt uneingeschränkt nutzen. Berufstätig sein zu können spielt für viele Menschen eine große Rolle bei der Lebensgestaltung – ökonomisch wie sozial. Wer sind die großen Arbeitgeber der Stadt? Wie können sie motiviert werden, mehr Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen? Welche Rolle könnten dabei die Schwerbehinderten-Vertrauensleute spielen? Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen?

Workshop 2 „Schaffung behindertenfreundlicher Wohnungen“

Bezahlbarer barrierefreier Wohnraum ist rar, auch in Mannheim. Welche Angebote könnten behinderten Menschen individuell weiterhelfen? Unabhängige Wohnberatung wäre ein Stichwort. Eine öffentliche Datenbank mit dem aktuell verfügbaren Angebot ein anders. Auf übergreifender Ebene sind die großen Bauträger bzw. Wohnungsbau-Unternehmen in der Pflicht. Sie künftig stärker einzubinden erscheint unverzichtbar.

Workshop 3 „Bildung von Anfang an für ALLE!“

Bildung findet hauptsächlich in Schule, Ausbildung und Studium statt. Wie sieht die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Regelangebot aus?

Zunächst zur Förderschule. 77 Prozent der Förderschüler bleiben ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige von ihnen schaffen den Sprung zurück auf eine allgemeine Schule. Je länger ein Schüler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungünstiger entwickeln sich seine Leistungen. Das meint die Bertelsmann-Stiftung in ihrer jüngsten Studie.

Gemeinsames Lernen hat Vorteile für beide Seiten. Dazu müssen sich die Regeleinrichtungen uneingeschränkt öffnen. Wo zwischen Start und Ziel befindet sich die Stadt Mannheim. Wieviele Regelschulen sind zugänglich? Gibt es ausreichend Personal? Reicht die Ausstattung? Wo hakt es?

Workshop 4 „Freizeit und Kultur“

Alle Veranstaltungsstätten in Mannheim müssen ausreichend Plätze zu bezahlbaren Preisen anbieten.

Workshop 5 „Barrierefreiheit als Gestaltungsprinzip“

Wie sieht die Zwischenbilanz aus? Was wurde erreicht, was wurde versäumt? Wie kann sichergestellt werden, daß bei künftigen Bauvorhaben die Frage der Barrierefreiheit standardmäßig Berücksichtigung findet? Wie können Behörden, Architekten und Stadtplaner besser eingebunden werden?