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Aktuelles


AG Barrierefreiheit legt Wegweiser „Mit dem Rollstuhl unterwegs in Mannheim“ vor

08.03.2010 – Zahlreiche Tipps für RollstuhlfahrerInnen enthält der kleine Wegweiser, der jetzt von der AG Barrierefreiheit vorgelegt wurde. Darin gibt es u. a. wichtige Informationen aus den Bereichen Öffentlicher Nahverkehr, Gastronomie, Bürgerdienste, Freizeit und Kultur sowie rollstuhlgerechten Behindertentoiletten.

Es wurden nur solche Einrichtungen aufgenommen, die das Kriterium der Barrierefreiheit erfüllen, also ohne fremde Hilfe stufenlos erreichbar sind ? das heißt entweder ebenerdig, über eine DIN-gerechte Rampe oder über einen Aufzug zugänglich und nutzbar sind.

Hier können Sie den Wegweiser als barrierfreies pdf-file herunterladen. (PDF 102 KB)

 


Oper für blinde und gehörlose Besucher

„Die Zauberflöte“ von W.A. Mozart am 17. April 2010, 19 Uhr im Opernzelt in Heidelberg

26.02.2010 – Das Theater & Orchester Heidelberg bringt in Zusammenarbeit mit dem Verein Hörfilm e.V. und erstmalig mit zwei Gebärdensprachdolmetschern Mozarts ZAUBERFLÖTE für blinde und gehörlose Menschen am 17.04.2010 auf die Bühne.

Live eingesprochene Audiodeskription, detaillierte Beschreibungen zu Handlung, Bühnenbild und Kostümen, ermöglicht blinden und sehbehinderten Besuchern ein intensives und ganzheitliches Erlebnis dieser umjubelten Inszenierung des Heidelberger Theaters. Die Audiodeskription wird von dem Berliner Autorenteam des Vereins Hörfilm e.V. erstellt und eingesprochen. Die Übertragung erfolgt drahtlos über das digitale guidePORT-System von Sennheiser, installiert durch GPT Audio GmbH. Vor der Vorstellung werden die Empfänger und Monoklipphörer gegen Abgabe des Personalausweises kostenlos an das sehgeschädigte Publikum ausgegeben.

Zwei Gebärdensprachdolmetscher übersetzen von der Bühne aus Handlung und Charaktere der Opernaufführung gut erkennbar und verständlich, damit auch gehörlose und hörbehinderte Besucher in die Welt der ZAUBERFLÖTE eintauchen können.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Theater & Orchester Heidelberg sehr erfolgreich mit dem Verein Hörfilm e.V. zusammengearbeitet. Gemeinsam entstand in dieser Spielzeit die Idee auch hörbehinderten und gehörlosen Menschen den barrierefreien Zugang zu einer Opernaufführung zu ermöglichen — die viel gelobte Eröffnungsinszenierung des OPERNZELTS schien für die Verwirklichung dieses Vorhabens hervorragend geeignet. Das Potential und die Bedeutung dieses Projekts wurde auch durch die Preisvergabe „Ausgewählter Ort 2010“ im Rahmen der Initiative „Land der Ideen“, deren Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler ist, erkannt und honoriert.

Das Theater & Orchester Heidelberg spielt seit dieser Spielzeit in der Nähe des Heidelberger Hauptbahnhofs in einer neuen Spielstätte, dem OPERNZELT, in der Emil-Maier-Straße 16 in 69115 Heidelberg. Das 18 Meter hohe und 1000 Quadratmeter große Zelt mit 640 Plätzen und einer 226 Quadratmeter großen Bühne dient während der dreijährigen Sanierungszeit des alten Theatergebäudes auf dem Hof einer ehemaligen Feuerwache als Ersatzspielstätte für alle Musiktheater Produktionen. Das Zelt besteht aus 22 einzelnen nach oben konisch zulaufenden Leichtmetall-Bogenelementen und ist von einer silberfarbenen Außenplane aus Kunststoff umhüllt. In der alten Fahrzeughalle der Feuerwache sind das Foyer mit Garderobe, Bistro und eine Lounge entstanden.

Rahmenprogramm im Theater
Als kostenloses Rahmenprogramm zur Opernaufführung bietet das Theater & Orchester Heidelberg neben einer speziellen musikalischen Einführungsveranstaltung auch eine Masken-, Kostüm- und Bühnenführung an. Durch das Befühlen der Kostüme und die Begehung der Bühne erschließt sich für die Nicht-Sehenden Gäste die Inszenierung ganzheitlich und auch für die sehenden Besucher eröffnen sich so ganz neue Einblicke in das Theatergeschehen. Eine Audio-Führung, ebenfalls entwickelt vom Berliner Autorenteam von Hörfilm e.V., unterstützt den selbständigen Aufenthalt der blinden und sehgeschädigten Besucher im Theaterfoyer. Das Programmheft zur Zauberflöte steht kostenlos in Brailleschrift zur Verfügung. Im Anschluss an die Vorstellung lädt das Theater & Orchester Heidelberg zu einer moderierten Diskussionsrunde zwischen Publikum und Theaterensemble.

13:00-14.00 musikalische Einführung
15.00-16.30 Kostüm-, Masken- und Bühnenführung
16.30-18.45 Ausgabe Empfänger/Kopfhörer im Foyer
16.30-22.15 Audioführung im Theaterfoyer erlebbar
18.30-19.00 Uhr Werkeinführung
19.00-22.00 Uhr DIE ZAUBERFLÖTE barrierefrei
ab 22.15 Uhr Nachgespräch und Ausklang des Abends

In den Pausen zwischen den Programmpunkten besteht die Möglichkeit eines Imbisses im Bistro des Theaters.

Anmeldungen für die Angebote des Rahmenprogramms, sowie Ticketreservierungen bitte mit Adressangabe und Personenzahl erfolgen über die Theaterkasse unter Tel: (06221) 5 82 00 00, via Fax (06221) 5 84 62 00 00 oder per E-Mail: tickets@theater.heidelberg.de
Kassenöffnungszeiten: Mo.-Sa. 11:00 – 18:00 Uhr. Schwerbehinderte Besucher erhalten 50 % Ermäßigung.

Mit Merkzeichen »B« im Schwerbehindertenausweis ist die Begleitperson frei. Die Mitnahme von Blindenführhunden ist selbstverständlich. Das Theater ist auch für Rollstuhlfahrer barrierefrei zugänglich.

Anfahrt mit den Buslinien 32, 33, 34 bis Hauptbahnhof oder Linie 721 bis Betriebshof, Anfahrt mit den Straßenbahnlinien 5, 21, 24 bis Hauptbahnhof, Linie 21, 22, 24 bis Betriebshof oder Linie 22 bis Czernybrücke / OPERNZELT. Mit Ihrem PKW können Sie während Ihres Theaterbesuchs günstig im nahe gelegenen Parkhaus P 18 parken. Legen Sie Ihr Parkticket an der Abendkasse oder der Garderobe im OPERNZELT vor, dann erhalten Sie gegen Bezahlung von 4,- € Ihr entwertetes Ticket. Die Ausfahrt ist bis 24 Uhr möglich. Die Einfahrt erfolgt über die Kurfürstenanlage und liegt neben den Straßenbahnschienen in der Karl-Metz-Straße 11.


AG Barrierefreiheit trauert um Edmund Riethmüller

18.12.2009 – Herr Edmund Riethmüller, unser Freund, Kollege und Mitstreiter für ein barrierefreies Mannheim, ist in den frühen Stunden des 17.12.2009 verstorben.

Sein Tod hinterläßt eine große Lücke nicht nur in der Behindertenbewegung, sondern hat bei allen, die seine Freundlichkeit und seine Kompetenz persönlich kennenlernten, Betroffenheit und Trauer ausgelöst.

Edmund Riethmüller war 2001 Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit in Mannheim und seitdem mit die treibende Kraft. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Interessen der Menschen mit Behinderung in unserer Stadt weit über den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus wahrgenommen wurden. Zahlreiche Projekte im Stadtgebiet wären ohne ihn niemals in Gang gekommen, er vertrat die AG Barrierefreiheit in zahlreichen Gremien und hat einen großen Anteil daran, dass das Themenfeld Behinderung in Mannheim mittlerweile einen hohen Stellenwert erlangt hat.

Edi – wie er von uns genannt werden wollte, war nicht nur in der Behindertenbewegung in Mannheim aktiv, sondern auch in der Rhein-Neckar-Region und darüber hinaus. Er war immer sehr hilfsbereit und hat allen mit Rat und Tat beigestanden – manchmal über seine Kräfte hinaus. Viele reden über ehrenamtliches Engagement, Edi Riethmüller hat es personifiziert.

Edi wird uns sehr fehlen und er wird uns lange lange Zeit in positiver Erinnerung bleiben.

Die Trauerfeierlichkeit für Herrn Riethmüller findet am Mittwoch, 23.12.2009 um 11:00 Uhr auf dem Hauptfriedhof Mannheim statt. Ab 7:00 Uhr ist der Leichnam in der Trauerhalle 2 aufgebahrt.

AG Barrierefreiheit Rhein-Neckar e. V.


Untersuchung zum Persönlichen Budget

09.10.2009Ein Student der SRH Heidelberg führt eine Untersuchung zum Persönlichen Budget durch und benötigt Unterstützung. Der entworfene Fragebogen kann online ausgefüllt werden über den Link http://www.studentenforschung.de/?qid=89814&ln=deu. Bei Fragen kann man mit ihm in Kontakt treten über die E-Mail-Adresse Bernhard_ostertag@hotmail.com

Das Persönliche Budget kann Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen, wird aber aus vielerlei Gründen bisher leider zu wenig in Anspruch genommen.

Diese Untersuchung sollte man deshalb als Betroffener unterstützen oder an entsprechende Menschen weiterleiten.

Hier die Infos von Herrn Ostertag:

Mein Name ist Bernhard Ostertag, ich studiere in Heidelberg an der SRH Hochschule Soziale Arbeit und befinde mich momentan im 5. Semester in der Projektphase.

Mein Thema ist das -Persönliche Budget- , Fragen und Probleme die damit in Verbindung gebracht werden können.

Da ich selbst aufgrund einer Finanzierungsmaßnahme im Rahmen des -Persönlichen Budgets- (Maßnahme zur Integration ins Berufsleben) die Möglichkeit bekommen habe ein selbstbestimmtes und eigenständiges Studium zu gestalten, ist es mir ein großes Anliegen diese gesetzliche noch nicht sehr weit bekannte Neuerung zu untersuchen.

Hierfür habe ich einen kurzen Fragebogen erstellt, welcher ganz anonym und einfach über folgenden Link aufrufbar ist

http://www.studentenforschung.de/?qid=89814&ln=deu

Ich benötige für meine Umfrage in Form diese Fragebogens noch Freiwillige, die sich ein paar Minuten Zeit nehmen könnten um mir mit wenigen Kreuzchen und kurzen Sätzen eine Basis für meine Untersuchung zu geben.

Gerne bin ich bereit, falls Unklarheiten oder Fragen entstehen als Ansprechpartner zu Verfügung zu stehen!

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, falls sie sie Möglichkeit dazu haben mein Schreiben plus link an Menschen mit Behinderung weiterzuleiten!

Vielen Dank für Ihr Bemühen!

Grüße,
Bernhard Ostertag

Student der SRH Hochschule Heidelberg
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Studiengang Soziale Arbeit (61760702)


Veranstaltung der AG Barrierefreiheit am 7. Mai stieß auf großes Interesse

11.05.2009 – Auf große Publikumsresonanz stieß die Veranstaltung der AG Barrierefreiheit am 7. Mai im Collini-Center Mannheim zur „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“. Sie wurde durchgeführt als lokaler Beitrag im Rahmen des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, der jedes Jahr am 5. Mai durchgeführt wird.

Ottmar Bild 1Veranstaltung zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Plastisch und in einfacher Sprache machte der Referent Ottmar Miles-Paul den knapp einhundert BesucherInnen deutlich, dass die Gesellschaft allen Menschen mit Behinderungen die Hand reichen und die Voraussetzungen dafür schaffen müsse, dass eine umfassende Teilhabe möglich wird. Der Behindertenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz verzichtete auf Juristendeutsch und versuchte, in einfachen Worten wiederzugeben, was in der „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ steht und welche Aufgaben der deutsche Gesetzgeber in Angriff nehmen müsse.

Streit um Worte führten nicht weiter. Man könne den Sinn des oft benutztes Wortes „Inklusion“ mit einem „all inclusive“-Angebot eines Reiseveranstalters verständlich machen – jeder Reisende erwartet schließlich, dass in einem solchen umfassenden Paket auch all das erfüllt wird, was angekündigt wird. Was müssen wir alle also dafür tun, um die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen mit Behinderungen umfassend an der Gesellschaft teilhaben und gleichberechtigt mit nicht-behinderten Menschen leben können?

Ottmar Bild 2Um einem späteren Ausschluss aus dem normalen Leben zu begegnen, müsse der Automatismus Sonderschule – Werkstätt für Behinderte – Heimunterbringung durchbrochen werden. Gemeinsame Erziehung in Kindertertageseinrichtungen und der gemeinsame Schulbesuch behinderter und nicht-behinderter Kinder, insbesondere der Übergang von Schule-Beruf, sei hier von überragender Bedeutung. Dass dies möglich ist, zeigten die skandinavischen Länder: Während dort 80 Prozent eine Regelschule besuchen, seien dies bei uns nur ca. 15 Prozent. Davon hängen wiederum die späteren Beschäftigungschancen ab – der jetzt weitgehend bestehende Sonder-Arbeitsmarkt müsse Schritt für Schritt umorganisiert werden. Ein inklusives Bildungssystem sei eben die Voraussetzung für eine inklusive Gesellschaft auch im Bereich des Arbeitslebens.

Jeder behinderte Mensch müsse im Wohnbereich die Wahlmöglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wo und wie er wohnen möchte. Dazu muss er die Hilfen dort bekommen, wo er lebt oder leben möchte (Artikel 19 UN-Konvention). Eine Separierung wirke dem Gedanken der Integration entgegen. Im baulichen aber auch im öffentlichen, kulturellen und politischen Bereich spiele die Zugänglichkeit von Gebäuden und Einrichtungen und die Kommunikationsform eine wesentliche Rolle. Barrierefreiheit sei kein Selbstzweck, sondern schaffe erst die Bedingungen zur Teilhabe.

Viele kleine Schritte seien notwendig, um das große Ziel der Inklusion zu erreichen, und jeder einzelne müsse sich auch selbst fragen, wie er dazu beitragen könne. All dies könne aber die Verantwortung der Entscheidungsträger in Staat und Gesellschaft nicht ersetzen, die Bestimmungen der UN-Konvention offensiv auf allen Ebenen umzusetzen. Seitens Betroffener und Behindertenverbände müsse auch ein moralischer Druck entwickelt werden.

Bei der erfrischenden Aussprache wurde von zahlreichen TeilnehmerInnen nach lokalen Umsetzungschancen in den Kommunen gefragt und gefordert, dass insbesondere im Bereich der schulischen Inklusion und beim Persönlichen Budget ein Richtungswechsel der Landesregierung in der Behindertenpolitik längst überfällig sei.