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Sportpark am Neckar

Visualisierung eines Eingangsbereichs in den Sportpark, Stand Januar 2021

Visualisierung eines Eingangsbereichs in den Sportpark, Stand Januar 2021 (Bild: bhmp)

Auf dem GelĂ€nde sĂŒdlich des Neckarplatts plant die Stadt Mannheim einen weiteren Sportpark.

Das Projekt ist nicht Teil der Bundesgartenschau 2023, soll aber bis dahin in Teilen fertiggestellt sein und einen Eingang in das ganze Gebiet “GrĂŒnzug Nordost” darstellen. Entsprechende PlĂ€ne wurden der AGB, dem BBSV und der Beauftragten fĂŒr die Belange von Menschen mit Behinderung am 18.11.21 in einer Online-Konferenz vorgestellt.

Hier entsteht eine NaherholungsflĂ€che mit Sportangeboten fĂŒr Alle (Tischtennisplatten, Boule, Streetball etc.). Zum Ausblick ĂŒber das GelĂ€nde einladen soll die etwa 7 Meter hohe “Bastion”, eine AussichtsflĂ€che, die wahlweise ĂŒber eine Treppe oder eine steile Rampe von ca. 70 Meter LĂ€nge erreichbar ist. WĂ€hrend die Norm zum barrierefreien Bauen im öffentlichen Raum (DIN 18040-3) eine Steigung von maximal 6 % verlangt, soll hier aus PlatzgrĂŒnden mit bis zu 12 % gebaut werden.

Die AG Barrierefreiheit hat ihre Bedenken bez. der selbststĂ€ndigen Nutzbarkeit der Rampenanlage geĂ€ußert und verlangt, dass der Norm folgend zumindest ebene FlĂ€chen als Ruhepodeste eingeplant werden.

Zeichnung des GelĂ€ndes mit WegefĂŒhrung und Verortung grĂ¶ĂŸerer Sportangebote, Stand Januar 2021

Zeichnung des GelĂ€ndes mit WegefĂŒhrung und Verortung grĂ¶ĂŸerer Sportangebote, Stand Januar 2021 (Bild: bhmp)

Das GelĂ€nde ist weitgehend ebenerdig, mit Ausnahme einiger, speziell fĂŒr Rollstuhlnutzende geplante SportflĂ€chen fĂŒhrt der Zugang nach jetziger Planung allerdings ĂŒber RasenflĂ€chen. FĂŒr NutzerInnen von Rollatoren und / oder RollstĂŒhlen sind hier auch fĂŒr den Fall des Nur-Zusehen-Wollens Schwierigkeiten absehbar.

Wo erforderlich, soll in Abstimmung mit Betroffenen auch ein Blindenleitsystem geplant werden. Durch taktile FĂŒhrung und kontrastreiche Gestaltung können Menschen mit Sehbehinderung sich einfacher auf dem GelĂ€nde bewegen.

Wir erwarten weiterhin Einbindung in den Planungsfortschritt.

Nicht Thema des GesprĂ€chs und auch nicht des Projekts, aber dennoch ungelöst bleibt fĂŒr die die AGB die dringende Frage nach der ZugĂ€nglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, denn: Die nahegelegene Straßenbahnhaltestelle Neckarplatt ist zurzeit nicht barrierefrei zugĂ€nglich und soll laut Auskunft der rnv auch nicht entsprechend angepasst werden. Grund hierfĂŒr seien die nötigen großen Eingriffe in den Straßenverkehr.

Bilder mit Genehmigung der BHM Planungsgesellschaft mbH, Bruchsal



Begehung des Turbinenwerks

Luftbild vom Hauptwerk

Luftbild vom Hauptwerk.

Blick von der Pforte aufs ehemalige WerksgelÀnde (MÀrz 2020)

Blick von der Pforte aufs ehemalige WerksgelÀnde (MÀrz 2020)

Das GelĂ€nde des ehemaligen Turbinenwerks in Mannheim KĂ€fertal wird voraussichtlich bis 2030 komplett umgestaltet werden, es bleibt allerdings Gewerbegebiet. Als TrĂ€gerin öffentlicher Belange wird die AG Barrierefreiheit dieses Vorhaben auf Umsetzung von Barrierefreiheit prĂŒfen und dazu Stellung nehmen.

Am 29.10.2021 wurden der AG Barrierefreiheit der aktuelle Planungsstand zur inneren Erschließung und zur Anbindung ans öffentliche Straßennetz vorgestellt und durch einen gemeinsamen Rundgang vor Ort ergĂ€nzt.  Das Turbinenwerk wird zukĂŒnftig öffentlicher Raum der Stadt Mannheim, wobei ein Werkstor nur fĂŒr laufende und “bereifte FußgĂ€nger” (also NutzerInnen von RollstĂŒhlen, KinderwĂ€gen, Rollatoren etc.) zugĂ€nglich sein wird. FĂŒr Fahrzeuge ist ein eigener Zugang sowie ein Parkhaus vorgesehen.

Die auffĂ€lligste Änderung ist die Bepflanzung der SĂŒd- und Ostflanke mit einem 20 Meter breiten GrĂŒnzug. Dort stehende GebĂ€ude werden abgerissen. Der Zugang zum GelĂ€nde ist durch Bus- und Straßenbahnanbindung gegeben. Allerdings ist die dortige Straßenbahnhaltestelle (Boveristraße, Linie 5) aktuell nur bedingt barrierefrei. Den Zugang zum GelĂ€nde barrierefrei zu gestalten, wird hier aufgrund des Höhenunterschiedes eine besondere Herausforderung werden und muss weiter beobachtet werden.

Der (verbleibende) Schienenstrang (MĂ€rz 2020)

Der (verbleibende) Schienenstrang (MĂ€rz 2020)

Das GelĂ€nde ist ĂŒberwiegend eben, allerdings teilweise mit Gleisen durchzogen. Durch WegefĂŒhrung und entsprechende (Warn-) Markierungen, sollen Schwierigkeit beim Queren, insbesondere mit rollenden Hilfsmitteln (Rollator, Rollstuhl o.Ä.) weitgehend vermieden werden. Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverband hat ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben. Der gesamte Prozess soll 2030 abgeschlossen sein, eine erste Erschließungsstraße mit GrĂŒnstreifen ist aber evtl. schon Ende 2022 fertig. Parallel dazu beginnt der Bau eines BĂŒrohochhauses, allerdings nur, wenn Bedarf besteht. Die Stadt Mannheim, der das Areal nach abgeschlossener Revitalisierung letztlich ĂŒbergeben wird, hat zugesichert, kĂŒnftig in jedem Stadtteil eine behindertengerechte Toilette errichten. Aufgrund der Ausdehnung des Gebietes von ca. 14 Hektar und seiner zukĂŒnftig wachsenden Bedeutung als Gewerbegebiet in KĂ€fertal könnte man hier fast schon von der Entstehung eines inoffoziellen Stadtteils im Stadtteil sprechen; folglich fordern wir von der Stadt auch hier eine barrierefreie öffentliche Toilettenanlage.

Dieses GebĂ€ude muss dem GrĂŒnzug weichen

FĂŒr die zukĂŒnftigen GrĂŒnflĂ€chen muss dieses GebĂ€ude weichen. Bild: Martin Köhl

Bilder mit Genehmigung der Firma Obermeyer