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AG Barrierefreiheit fordert Kunsthalle für ALLE und Hinzuziehung eines Fachplaners für Barrierefreiheit

Das Foto zeigt Mitglieder und Unterstützer der AG Barrierefreiheit vor den elf unüberwindbaren Stufen am Löwenportal der Kunsthalle (Billingbau) bei der Protestaktion am 22.11.2013, darunter mehrere RollstuhlfahrerInnen und eine blinde Frau mit ihrem Blindenhund.25.02.2014 – Nach ihrer Protestaktion am 22. November 2013 am Löwenportal der Kunsthalle (siehe Foto) und einem weiteren Gespräch mit der Kunsthallenleitung sowie Mitgliedern des Gemeinderates im Januar dieses Jahres fordert die AG Barrierefreiheit (AGB) jetzt endlich die Hinzuziehung eines Fachplaners für Barrierefreiheit.
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Informations- und Diskussionsveranstaltung „Vom Umgang mit psychisch kranken Menschen im Nationalsozialismus“

Stolperstein mit der Aufschrift: Hier wohnte Bruno Oppenheimer JG. 19014, Eingewiesen 1822 Heilanstalt Kork, Verlegt 23.10.1940 Grafeneck, Ermordet 23.10 1940, Aktion T418.04.2013 – Wir laden herzlich ein zur Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Europäischen Protesttages von Menschen mit Behinderungen „Vom Umgang mit psychisch kranken Menschen im Nationalsozialismus“

Referentin: Dr. med. Maike Rotzoll
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
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Kids lernen mit Rollstuhl und Hilfsmitten für blinde Menschen umgehen

AGB Informationsstand bei Aktionstag Die AG Barrierefreiheit und der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein (BBSV) führten am 22. September auf dem Alten Meßplatz den diesjährigen Aktionstag im Rahmen des „Mannheimer Agenda-Diploms 2012“ durch. Unterstützung kam von „roll in“, dem städtsichen Behindertenbeauftragten sowie dem Sanitärhaus Fuchs&Möller.

Mit sichtlichem Spaß machten sich die knapp 30 Kinder an die gestellten Aufgaben. Viele waren vom Rollstuhl-Parcours der AG Barrierfreiheit so begeistert, dass sie ihn gleich mehrfach zurück legten und kaum mehr zu bremsen waren. Dabei mussten sie immerhin mit dem Rollstuhl rückwärts einparken, Kurven meistern, eine Rampe, eine Schräge sowie eine Wippe überwinden – immer in Begleitung von Helfer_innen, die aufpassten, dass im Überschwang nichts passiert. Aufmerksam hörten die Kinder den Organisatoren zu, die ihnen deutlich machten, dass gehandicapte Menschen gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilhaben können, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Die aufgestellten Hindernisse standen so sinnbildlich für Situationen, mit denen Rollstuhlnutzer_innen im öffentlichen Raum täglich zu „kämpfen“ haben. Die Rampe wies z. B. auf das Problem hin, wenn Gehwege oder Eingänge zu steil sind um sie ohne fremde Hilfe bewältigen zu können. Die Holzschräge sollte deutlich machen, dass eine zu starke Seitenneigung im Fußgängerbereich oder in Parks von Rollstuhlfahrer_innen erheblicher Kraftanstrengung bedarf  um vorwärts zu kommen – möglichst ebenerdig lautet deshalb die Devise.

Schließlich lernten die Kids mit verbundenen Augen, welche Hilfsmittel blinde Menschen benötigen, um Alltagsprobleme möglichst selbständig angehen zu können. Mitarbeiter_innen des BBSV hatten mehrere Aufgaben vorbereitet. So konnten sie erfahren, dass über ein Gerät mit akustischer Ansage auch ein blinder Mensch die Farbe eines Kleidungsstückes aufgesagt bekommt. Er kann sich dann z. B. im eigenen Kleiderschrank zu Hause ohne Hilfsperson selbst bedienen. Ein weiteres technisches Hilfsmittel ermöglicht auch blinden und stark sehbehinderten Personen, die Flüssigkeit in einem Glas zu erfühlen – auf diese Weise erübrigt sich in einem Restaurant ein „Fingertest“, um unangenehmen Flüssigkeitsverlust zu vermeiden. Der Tastsinn wurde getestet, in dem die eine Black Box vorgehalten wurde, deren Inhalt mit den Fingern erfühlt werden musste – tatsächlich waren dort Watte und Lollis enthalten – letztere durften sie als Belohnung natürlich mitnehmen.

Am Schluss erhielten alle angemeldeten Kinder eine „Urkunde zum Meister der Barrierefreiheit“ überreicht, weil sie alle gestellten Aufgaben problemlos lösten. Sie haben dabei auch viel Neues über „Inklusion“, die UN-Behindertenrechtskonvention und über Probleme erfahren, mit denen Menschen mit Behinderungen in vielen Bereichen noch konfrontiert werden.


„Mit Rollstuhl und Blindenstock unterwegs“

– Mannheimer Agenda Diplom 2012 –

Sa, 22.09.2012, Alter Meßplatz, 13.00 – 17:00 Uhr

03.09.2012 – Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit und der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein werden mit Unterstützung des Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Mannheim sowie dem Behindertenverband roll in e. V. zum oben genannten Termin wieder einen Geschicklichkeitstest für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren durchführen.
Die Kinder werden von einem Profi des Sanitärhauses Fuchs & Möller, der auch die Kinder-Rollstühle zur Verfügung stellt, in die Handhabung des Rollstuhls eingewiesen.

Im Anschluss an die „Rallye“ werden die Kinder mit verbundenen Augen und mit einem Blindenstock versehen eine kleine Wegstrecke zurück legen. Wenn sie beides erfolgreich hinter sich gebracht haben, erhalten sie anschliessend eine Urkunde als „ Erfahrene in der Barrierefreiheit“ verliehen.
Die Aktion wird im Rahmen des „Mannheimer Agenda-Diploms 2011“ durchgeführt und will Kindern verdeutlichen, dass man mit Rollstuhl und Blindenstock bei entsprechenden Rahmenbedingungen gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilhaben kann. Kinder und Eltern sollen auch dafür sensibilisiert werden, wie wichtig barrierefreie Mobilität gerade für körperlich und sinneseingeschränkte Menschen ist. Mit der Aktion wollen wir helfen eine inklusive Gesellschaft aufzubauen und an die UN-Behindertenrechtskonvention erinnern.


Architektur: Die Kunst der Barrierefreiheit

11.08.2012 – Mannheim soll eine neue Kunsthalle bekommen. Viel Geld wird in die Hand genommen. Dank einer großzügigen Spende der Hector-Stiftung werden rund 68 Mio. Euro investiert. Eine hochrangige Jury hat drei Architekur-Entwürfe in die engere Wahl gezogen. Bürgerinnen und Bürger diskutieren fleißig mit in diesen Tagen.

Werden künftig ALLE Menschen am neuen Kunstgenuss teilhaben können? Überraschenderweise ist dies nicht gesichert! Die von der Jury preisgekrönten Entwürfe leisten das jedenfalls nicht. Nach heutigem Stand wird es Stufen zwischen Alt- und Neubau geben. Zwei Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention, ist dies mehr als ärgerlich. Diese und andere Gesetze machen eine uneingeschränkte Teilhabe behinderter Menschen zur Pflicht.

Kunsthalle MannheimDie Mannheimer Kunsthalle ist ein Haus. Sie vereinigt alte und neue Meister. Sie hat eine Leiterin, ein künstlerisches Konzept und einen finanziellen Haushalt. Warum wird diese Einheit ausgerechnet bei der ungehinderten Nutzung durch das Publikum in Frage gestellt?

Ältere, körperlich oder visuell eingeschränkte Menschen betrachten die eingeplanten Hindernisse mit Sorge. Auch bei Familien mit Kinderwagen kommt wenig Freude auf. Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit meint, die verantwortlichen Planer und Entscheider sollten sich diesem Punkt noch einmal ausführlich widmen.

Jedem Bürger und jeder Bürgerin ist es freigestellt, sich in der öffentlichen Debatte zu Wort zu melden.