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Trauer um Johann Radak

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V. trauert um Johann Radak Herr Johann Radak, unser Freund. Kollege und Mitstreiter fĂŒr ein barrierefreies Mannheim ist am I4. April 2022 verstorben. Johann Radak war GrĂŒndungsmitglied und langjĂ€hriger Schatzmeister der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit in Mannheim. Er war immer sehr engagiert bei der Durchsetzung der Belange von Menschen mit Behinderung und hat wesentlich dazu beigetragen. dass die Interessen der Menschen mit Behinderung in unserer Stadt weit ĂŒber den Kreis der unmittelbar‘ Betroffenen hinaus wahrgenommen wurden. Johann Radak wird uns sehr fehlen und er wird uns in positiver Erinnerung bleiben. Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar e.V.


1. Maifeier des DGB

Nach zwei Jahren Pause fand erstmals wieder der 1.
Maifeiertag der Gewerkschaften auf dem Marktplatz statt.
FĂŒr uns war ein ziemlich zentraler Platz reserviert. Wir
hatten gute GesprÀche, die dann allerdings unter dem
hohen GerÀuschpegel etwas eingeschrÀnkt waren.

Die PrÀsenz an diesem Tag ist uns wichtig.

Wie man sieht, sind wir inzwischen uniformiert. Wir tragen einheitliche AGB-Shirts.

Wie man sieht, sind wir inzwischen uniformiert. Wir tragen einheitliche AGB-Shirts.

Erstmals haben wir ein Quiz mit acht Fragen entworfen.
Drei richtige Antworten wurden mit einem PĂ€ckchen
GummibÀren honoriert. Wir mussten allerdings feststellen,
dass diese Fragen dann doch etwas schwer fĂŒr das Publi-
kum waren. Wie stets stellt die AGB allerhöchste AnsprĂŒche
an sich selbst und andere.

HĂ€ttet ihr die Antworten denn gewusst? Anbei der Fragebogen

mit Antworten.

Lösngen zum Inklusionsquiz


Gefangen im Hackschnitzel-Sumpf

Ende letzten Jahres wurde der Spielplatz am Neumarkt in der Neckarstadt West neu eröffnet. Der Mannheimer Morgen berichtete am 27.12.21 ĂŒber einen frisch renovierten Spielplatz fĂŒr die Neckarstadt, zentral gelegen und mit Angeboten fĂŒr Kinder aller Altersgruppen. Unter anderem auch mit einer “neuen Wippe fĂŒr Kinder im Rollstuhl”, die von BĂŒrgermeisterin Diana Pretzell lobend hervorgehoben wird. Die GeschĂ€ftsstelle der AG Barrierefreiheit liegt um die Ecke. Grund genug fĂŒr einen Kurzbericht ĂŒber ebenjenes SpielgerĂ€t im Selbstversuch.

Wer nicht nur zuschauen möchte, bleibt stecken!

Die Wippe an sich ist eine schöne Idee, bietet ausreichend Platz und kann sowohl sitzend und liegend benutzt werden. In der Praxis mĂŒssen wir aber feststellen: Wer den gepflasterten Bereich fĂŒr Eltern und andere Zuschauer verlĂ€sst, kommt mit einem manuellen Rollstuhl auf eigene Faust nicht weit. Insbesondere die kleinen VorderrĂ€der versinken tief in Hackschnitzeln. Im schlechtesten Fall geht es ohne eine krĂ€ftige Begleitperson weder vorwĂ€rts noch zurĂŒck, obwohl das Ziel nur wenige Meter entfernt ist!

Barrierefreiheit wurde hier leider nicht zu Ende gedacht

Vielleicht wurden diese wichtigen Fragen der ZugĂ€nglichkeit fĂŒr Alle gegenĂŒber optischen Aspekten in der Planung zwischendurch einfach wieder vergessen?

Das Thema Fallschutz allein kann jedenfalls auch anders gelöst werden, unter anderem mit befahrbaren Gummiböden. (siehe z.B. Pfaffengrunder Terrasse, Heidelberg). Ein gewisses urbanes Aussehen im Bereich um die Wippe herum hĂ€tten wir im Falle eines stĂ€dtischen Kinderspielplatzes fĂŒr verkraftbar gehalten.

Fotos: Martin Köhl


Haltestelle Fernmeldeturm

Unser Team mit Mitarbeitern der RNV

Unser Team mit Mitarbeitern der RNV

Die Haltestelle Fernmeldeturm ist bislang weder fĂŒr Bus noch Straßenbahn barrierefrei zugĂ€nglich. Im Vorfeld der Buga findet nun eine Sanierung statt, die allerdings nur als Provisorium zu sehen ist. Geplant ist eine acht Meter lange, zur Straßenbahn hin ebene ZustiegsflĂ€che, die ĂŒber eine fĂŒnf Meter lange Rampe zu erreichen ist. FĂŒr den Zustieg zum Bus ist eine zwölf Meter lange erhöhte FlĂ€che vorgesehen.

Hier soll die Rampe fĂŒr den Zugang in die Straßenbahn entstehen

Hier soll ein Podest fĂŒr den niveaugleichen Zugang in die Straßenbahn entstehen

... und hier fĂŒr den Bus

… und hier fĂŒr den Bus

Wermutstropfen: Es sind noch alte Straßenbahnen im Betrieb, die auch unter diesen UmstĂ€nden keinen stufenlosen oder gar vollstĂ€ndig barrierefreien Zustieg erlauben. Weiterhin war bisher kein taktiles System fĂŒr Sehbehinderte vorgesehen. Sowohl Vertreter der AGB als auch des Badischen Blindenvereins sehen dieses aber als unverzichtbar an.

Dazu die RNV:

Ein taktiles System ausschließlich im Bereich der Podeste erscheint allerdings nicht sinnvoll, da im kompletten Umfeld der Haltestelle keinerlei taktilen Leitelemente vorhanden sind. Die rnv wird im Zuge des vollstĂ€ndigen barrierefreien Haltestellenausbaus auch eine taktil erfassbare FĂŒhrung und entsprechende Leitelemente so einplanen, dass eine barrierefreie WegefĂŒhrung bis zu den Gehwegbereichen gegeben sein wird.

An dieser Stelle war zu erfahren, dass der Nahverkehrsplan der Stadt Mannheim einen barrierefreien Ausbau aller derzeit noch  nicht barrierefreien Straßenbahnhaltestellen vorsieht. Der Ausbau wird nach einem Stufenkonzept erfolgen, welches neben der Linienanzahl, dem Fahrgastaufkommen und den Umbaukosten insbesondere auch die in der Umgebung liegenden GeschĂ€fte und Einrichtungen berĂŒcksichtigt. Die ersten 3 Stufen dieses Konzepts sollen aus heutiger Sicht bis 2035 abgeschlossen sein.

Wir von der AGB machen uns fĂŒr eine schnellere Umsetzung stark.


Erneute Entscheidung zu E-Tretrollern im öffentlichen Raum

Mit großem Interesse verfolgt die AGB die Entwicklungen um einen Beschluss des Verwaltungsgerichts MĂŒnster vom 09. Februar 2022. Der Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen hatte beantragt, den GeschĂ€ftsbetrieb mit E-Tretrollern im „free-floating-System“ im Stadtgebiet zu untersagen. Der vollstĂ€ndigen Untersagung wurde nicht stattgegeben, allerdings wurden im Rahmen der Ermessensentscheidung zum Antrag Rechtsfehler entdeckt. Nun muss die Stadt MĂŒnster erneut ĂŒber den Antrag entscheiden – diesmal mit einer nachvollziehbaren Ermessensentscheidung und rechtsfehlerfrei.

ZunÀchst wurde der Antrag seitens der Stadt mit Verweis auf vorhandene SelbstverpflichtungserklÀrungen der Betreiber abgelehnt. Nach Ansicht des Gerichts fehlen jedoch ErwÀgungen zur Belastbarkeit und TragfÀhigkeit ebendieser ErklÀrungen. Teilweise fehlen konkrete Regelungen oder Absprachen im Fall von behindernd abgestellten E-Tretrollern.

Über die negativen Auswirkungen auf die Barrierefreiheit frei abgestellter E-Tretroller im öffentlichen Raum berichtete die AGB Barrierefreiheit Rhein-Neckar und andere Interessensvertreter in den letzten Jahren regelmĂ€ĂŸig.

Ähnlich wie auf dem folgenden Bild im Bereich einer Straßen- und Schienenquerung finden sich (nicht nur) in Mannheim leider zahlreiche dieser Blockaden. Beispielsweise in verengten Gehwegbereichen, an abgesenkten Bordsteinen, mitten auf Blindenleitstreifen oder auch vor AufzĂŒgen. Diese Art VorfĂ€lle sind leider keine Ausnahme, sondern werden uns regelmĂ€ĂŸig berichtet.

3 geparkte E-Tretroller stehen im Gehbereich einer Straßen- und Schienenquerung. Der Zugang zur rnv-Haltestelle ist blockiert.
Durch diese drei E-Tretroller wird das gefahrlose Überqueren von Straße und Schiene zur Herausforderung. Foto: Heinrich Schaudt

In Mannheim wurde dieses Thema u.a. wĂ€hrend der Sitzung des Ausschusses fĂŒr Sicherheit und Ordnung vom 02.12.21, TOP 8 behandelt. AntrĂ€ge zur Festlegung des Gebrauchs von E-Scootern als sog. Sondernutzung sowie zum Einrichten fester StellplĂ€tze werden zur Zeit von der Verwaltung geprĂŒft.

Die AGB hat dies in einem entsprechenden Schreiben an die Stadtverwaltung ausdrĂŒcklich unterstĂŒtzt.